Kolumnen

{Vatertag 2015} Danke Papa ♥

14. Mai 2015

Guten Morgen liebe Leser,

vor ein paar Tagen haben wir Muttertag gefeiert. Heute ist Vatertag – ein Tag, der nicht ganz so leicht für mich ist. Ich denke heute vor allem an all die Eltern und Väter, deren Kind vor Ihnen gegangen ist. Ich denke an all die Kinder, die ihrem Papa heute kein Küsschen auf Wange drücken können. Aber natürlich denke ich auch an alle Papas dort draußen, die heute einen wundervollen Tag mit ihren Familien verbringen können. Haltet eure Lieben fest, solange ihr es könnt. Weil ich das nicht mehr kann, möchte ich meinem Papa heute einen Brief schreiben.

Lieber Papa,

kellenhusen1985

Sommer 1985 | Kellenhusen

Vatertag. Der fünfte ohne dich. Du bist nicht da, und doch bist du jeden Tag bei mir. Ich trage dich in meinem Herzen, in meiner Seele. Ich sehe dich, wenn ich in den Spiegel blicke, denn ich habe viel von dir geerbt. Nicht nur äußerlich. Wir teilen denselben Humor. Weißt du noch, wie wir uns über den kleinsten Quatsch beömmelt haben und stirnrunzelnde Blicke geerntet haben? Uns war es egal. Hauptsache, wir hatten unseren Spaß. Meinen Sturkopf, den habe ich ebenfalls von dir. Du hast mir beigebracht, was wirklich wichtig ist im Leben. Du warst ein Fels in meiner Brandung, ein Lichtblick an meinem Horizont, auch wenn dieser nicht immer greifbar war. Danke, dass du mir einen Teil deiner Großherzigkeit abgegeben hast. 

ballonDu hast mir gezeigt, dass Rosen Dornen haben, wie man eine Sandburg baut und wann Heidekraut blüht. Du bist mit mir ans Meer gefahren und mit mir im Strandkorb Petzibücher gelesen. Wir sind gemeinsam durch unser Lieblingsmuseum in Salzburg gelaufen, um danach ein riesengroßes Stück Prinzregententorte zu essen und unsere Nasenspitzen in den blauen Himmel zu recken.

Unsere Tage im Zoo, ich auf deinem Arm, ein roter Luftballon an meinem Handgelenk. Der Ballon flog weg, ich hatte nicht aufgepasst, doch du bist immer geblieben. Selbst als die räumliche Distanz zwischen uns lag, mir Flügel wuchsen und ich von zuhause aus in die Welt hinaus zog, habe ich dich gespürt. Ich danke dir, dass du mich nie aus den Augen gelassen hast. Ich danke dir für unsere gemeinsamen Spaziergänge, danke für unseren wundervollen Spaziergang durch deine Lieblingsstadt Dresden. Immer wenn ich im Zwinger stehe oder am Fürstenzug vorbeilaufe, denke ich an dich und höre deine Worte, erinnere mich daran, wie unglaublich viel du über all diese Sehenswürdigkeiten wusstest.

dresden_memories

Danke, dass du mir Mut gemacht hast, wenn ich verloren schien. Danke, dass du meine Liebe zur Fotografie wiedererweckt hast und mich bei meinen Träumen unterstützt hast. Danke, dass du all unsere Momente mit deiner Kamera festgehalten hast, wir blättern sehr, sehr oft durch all diese Erinnerungen. Auch wenn du mir nicht mehr antworten kannst, glaube ich daran, dass du irgendwo dort draußen bist. Ein Teilchen inmitten all der Elemente, die das Universum bilden. Energie um uns herum, die noch lange existiert, wenn ich gar nicht mehr auf dieser Erde bin. 

Du bist mein Held. Damals, jetzt, hier und für immer.

Seit einigen Jahren schreibe ich meine Gedanken in Briefen nieder, die ich dann hier in einer Box sammele. Vielleicht vergrabe ich die Schachteln irgendwann. Heute wollte ich ein paar meiner Gedanken mit euch teilen, es war mir einfach ein Bedürfnis. Vielleicht versteht ihr das ja… :)

Wie verbringt ihr den heutigen Tag, habt ihr etwas Besonderes geplant?

Alles Liebe für euch

sandra_signed

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14 Comments

  • Reply Ela´s Büchertruhe 1. Juni 2015 at 07:31

    Liebe Sandra,
    das hast Du wunderschön und vor allem sehr berührend geschrieben.
    Ich kenne dieses Gefühl leider selbst und auch ich schreibe oft Briefe.
    Ich bin fest davon überzeugt das die Menschen die wir lieben, immer um uns vor allem aber in uns sind.
    Drück Dich lieb
    Ela

    • Reply Sandra 1. Juni 2015 at 10:26

      Liebe Ela,

      danke für die lieben Worte ♥ es ist immer schwer, jemanden zu verlieren. Manchmal geschieht es schleichend langsam, ein anderes Mal plötzlich und unangekündigt. Egal auf welche Weise, es tut immer weh, seine Eltern zu verlieren, obwohl wir uns dieser Tatsache eigentlich bewusst sind. Menschen werden geboren, Menschen sterben. Es ist ein ewiger Kreislauf. Doch mein Herz brennt dennoch jeden Tag, mal ein bisschen mehr, dann ein bisschen weniger schmerzhaft.

      Drück dich zurück!
      Liebe Grüße
      Sandra

  • Reply {Resumé} Gelesen, genossen, zugeklappt 5|15 | Büchernische 31. Mai 2015 at 22:15

    […] dem Vatertag habe ich einen doch sehr persönlichen Artikel gewidmet; das Schreiben fiel mir zunächst schwer, aber letztendlich doch gut tat. Es war einfach eine […]

  • Reply Steffi E. 19. Mai 2015 at 13:21

    Das ist wunderschön geschrieben… ich habe meinen Vater bereits mit 2 Jahren verloren und auch wenn ich einen Stiefvater habe, ist es doch nicht das gleiche… das Verhältnis ist einfach nie so richtig gut geworden, es gab immer eine gewisse Distanz…
    Respekt, dass du so einen persönlichen Text hier veröffentlichst. Ich hoffe dein Papa, wo auch immer er ist, kriegt das irgendwie mit…

    Liebe Grüße von Steffi E.

    • Reply Sandra 19. Mai 2015 at 17:01

      Liebe Steffi,

      danke dir ♥ es kam von Herzen. Die Entscheidung, es öffentlich zu schreiben, ebenfalls, es war mir einfach ein Bedürfnis. Diese Distanz klingt bedrückend, leider findet man zu manchen Menschen einfach nicht den richtigen Draht. :/

      Liebe Grüße an dich
      Sandra

  • Reply Karin 16. Mai 2015 at 19:44

    Hallo meine liebe Sandra,

    ich bin sicher, dass dein Papa deinen Brief bekommen hat und er sich sehr auf seiner Wolke darüber gefreut hat. Danke, dass du diese persönlichen Worte mit uns geteilt hast, auch wenn es für dich schwer ist, dass dein Papa hier unten keinen Vatertag mehr feiern kann.

    Ganz liebe Grüße und eine dicke Umarmung
    Karin

    • Reply Sandra 16. Mai 2015 at 19:50

      Huhu meine liebe Karin ♥

      das hoffe ich doch. Irgendwo, irgendwie, wird er es spüren. Wie jeden Tag.

      Ich drück dich ganz fest zurück und hoffe, du kannst im Vor-Jugendweihe-Stress ein wenig entspannen. :)

      Liebe Grüße :-*
      Sandra

  • Reply {Blogtalk am Wochenende} Stöbern & Entdecken | Büchernische 15. Mai 2015 at 18:57

    […] God it’s friday! Habt ihr das heute morgen auch gedacht? Nach dem gestrigen Vatertag war einfach nur froh, dass heute ein neuer sonniger Tag anbrach und das Wochenende einläutet. […]

  • Reply Cappuccino-Mama 15. Mai 2015 at 14:11

    Liebe Sandra,

    für mich ist der Vatertag ein Arbeitstag – aber mittags war auch für mich Feiertag. Wir haben gegrillt. Schön, dass Du so tolle Erinnerungen an Deinen Vater hast – ich habe keinen so richtigen Draht zu meinem Vater – auch nie gehabt. Beide sind wir Sturköpfe und wir haben wenig, was uns verbindet. Aber ich hätte einen ähnlichen Brief an meinen Opa schreiben können. Wir waren einfach seelenverwandt und unzertrennlich. Noch nach 30 Jahren erinnere ich mich an gemeinsame Erlebnisse und vermisse ihn noch heute.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

    • Reply Sandra 15. Mai 2015 at 23:08

      Liebe Heidi,

      schön mal wieder was von dir zu lesen, ich freue mich ♥ was du über deinen Vater schreibst, erging mir so mit meiner Mutter. Mein Gedächtnis hat mittlerweile eine Art Schutzmechanismus entwickelt, das wohl dafür sorgt, dass selbst wenn es mal gute Erinnerungen gab, diese alle ausgelöscht wurden, als ob sie nie existiert hätten. Diese Seelenverwandtschaft zwischen dir und deinem Opa ist etwas ganz Besonderes, solch eine Verbindung existierte denke ich auch zwischen meinem Dad und mir. Ich vermisse ihn auch sehr…

      Fühl dich gedrückt! ♥
      Alles Liebe
      Sandra

  • Reply Tintenelfe 14. Mai 2015 at 21:28

    Das ist wirklich sehr schön und berührend. Und danke fürs Teilen, ich kann mir vorstellen, dass dein Vater so noch stärker im Herzen bleibt, weil wir ihn durch deine Gedanken und Erinnerungen auch ein bisschen kennen lernen durften.

    Lass dich drücken,
    Mona

    • Reply Sandra 15. Mai 2015 at 23:05

      Danke liebe Mona ♥ ich hatte erst hin- und herüberlegt, ob es nicht vielleicht doch ein wenig zu persönlich ist, doch ich habe mich gut dabei gefühlt und so ging der Artikel dann doch online. Vielleicht hilft es anderen zu sehen, dass sie mit solchem Kummer nicht alleine sind..

      Umarmende Grüße
      Sandra

  • Reply Anabelle 14. Mai 2015 at 12:46

    Liebe Sandra,

    ich hatte heute sowieso vor dir zu schreiben, weil du ja meintest, dass heute nicht gerade leicht für dich wird.
    Dein Brief hat mir gerade die Tränen in die Augen getrieben. Ich kann mir gar nicht ansatzweise vorstellen, wie hart dieser Verlust sein muss.
    Ich finde auch die Vorstellung mit den Teilchen und der Energie sehr schön, so ähnlich stelle ich es mir auch vor. Ich wünsche dir trotz allem alles Gute heute und für den weiteren Weg. Dein Papa ist sicher so stolz auf dich, denn du bist einfach ein wundervoller Mensch!

    In Liebe
    Anabelle

    • Reply Sandra 14. Mai 2015 at 16:29

      Liebe Anabelle,

      ich danke dir ♥ ich war ehrlich gesagt zunächst etwas unsicher, ob ich diesen Weg gehen möchte, da es trotz aller Kürze, in der ich die Worte formuliert habe, recht persönlich ist. Aber irgendwie musste es aus mir heraus und ich dachte, vielleicht geht es anderen vielleicht so ähnlich wie mir und es… schreiben hilft.

      Der Gedanke, dass die Lieben irgendwo als Energie weiterexistieren, ist tröstlicher als der Glaube an etwas, von dem ich mich im Stich gelassen fühle.

      Danke für deine lieben Worte ♥ ich drück dich!

      Liebe Grüße
      Sandra

    Ich freue mich auf euer Feedback :-)

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