Rezensionen

Nicola Moriarty – Mit dir in meinem Herzen {Buchrezension}

16. Januar 2013

Lust auf eine gefühlvolle Lektüre, liebe Leser?

Meine letzte herzerwärmende Lektüre ist schon eine ganze Weile her. Früher bin ich gerne in Nicolas Sparks Büchern versunken oder habe Liebesgeschichten gelesen, das ist aber schon wirklich lange her und so wurde es mal wieder Zeit für ein schönes, gefühlvolles Buch zum Abschalten, Füße hochlegen und abtaufen. Genau das konnte mir die australische Debütautorin Nicola Moriarty mit ihrem gefühlvollen Roman »Mit dir in meinem Herzen« bieten. Das Buch hat mich nicht himmelhochjauchzend begeistert, aber es war unterhaltend und ging mir nahe…

Liebe, Verlust & Hoffnung

Nicola Moriarty - Mit dir in meinem Herzen © Goldmann VerlagBelinda und Andy sind verlobt, glücklich und wollen ihr Leben gemeinsam verbringen. Doch von einem Tag auf den anderen wird ihre Welt in Stücke gerissen, als ihr Zukünftiger bei einem Überfall erschossen wird. Die junge Frau weiß nicht aus, nicht ein und steht vor den Trümmern ihres Glücks. Auch Andys Mutter Evelyn weiß nicht, wie sie den Tod ihres Sohnes überwinden soll, hat sie doch schon ihren Ehemann verloren. Sein Zwillingsbruder James, seine Freunde, Arbeitskollegen – alle trauern auf ihre Weise und das Schicksal führt zusammen, was zusammen gehört…

Buch + gemütlicher Leseplatz + Tee =

Nicola Moriarty - Free-Falling © Randomhouse AustraliaEndlich mal ein Cover, das nicht mit Blümchen überladen wurde oder auf das man Treppen nach oben, unten, links oder rechts besteigen muss. Nein, ein gemütlicher Korbstuhl, auf einer Holzterrasse, auf dem Boden liegt ein Stapel Bücher, darauf eine leckere Tasse Tee und in der Ferne geht über einer grünen Wiese die Sonne auf. Ja, ich interpretier das als Sonnenauf-, nicht als Sonnenuntergang, denn das Foto auf dem Cover vermittelt Hoffnung und spiegelt somit die Message des Romans wieder. Das Cover der australischen Originalausgabe, die ebenfalls bei Randomhouse erschien, gefällt mir auch ganz gut, ich mag diesen Aquarellstil.

Nicola Moriarty hat ein Buch geschrieben, das gefühlvoll aber nicht kitschig ist, das mich berühren konnte aber nicht aufdringlich wirkte. Die Autorin erzählte die Geschichte zwischen Liebe & Tod, Hoffnung und Verlust aus der Perspektive der verschiedenen Charaktere. Zeitlich parallel wurde das Geschehen aus der Sicht der Protagonistin Bellinda und ihrer Schwiegermutter Evelyn, Zwillingsbruder & Schwager James sowie einer weiteren für die Handlung sehr wichtigen Person erzählt – den Namen verrate ich nun nicht, das würde spoilern.

Sie sah den Ausdruck im Gesicht ihres Sohnes, als er seinen letzten Atemzug tat, und dabei wurde ihr klar, dass sie sich getäuscht hatte. Weder Angst noch Entsetzen hatte sie in seinen Augen gelesen, und er hatte auch nicht verzweifelt, schwach oder mitleiderregend gewirkt. Im Gegenteil. Er hatte stark, mutig und stolz ausgesehen, den Eindruck eines Menschen auf die gemacht, der für sein Schicksal bereit gewesen war, es angenommen hatte und sich von dieser Welt verabschiedete. – Seite 255

Den Aufbau des Buches empfand ich nicht als störend oder den Lesefluss hemmend. Was mir aber nicht so gut gefiel war, dass es bis ungefähr zur Hälfte des Buches dauerte, bis sich bei mir das gewisse Feeling einstellte, mittendrin zu sein. Die ersten Seiten, fast bis zur Hälfte, lasen sich sehr gut, keine Frage. Aber da wäre ein wenig mehr drin gewesen, ein wenig mehr Tiefgang. Ich konnte mich gut in die Gedankenwelt der Hauptfigur hineinfinden, teilweise wurde mir wirklich schmerzlich bewusst, wie sehr. Die Verzweiflung, nach dem Tod des geliebten Verlobten allein zu sein, die Tatsache, dass er seine Zukünftige nie wieder im Arm halten kann brachte Nicola Moriarty authentisch und gefühlvoll rüber. Wutgefühle, Ohnmacht gegenüber dem Geschehenen, all das was einen Menschen bewegt, der in Trauer ist, konnte die Autorin wortgewandt vermitteln. Da kullerte nach einer Weile auch das eine oder andere Tränchen, weil mich die Handlung doch ein wenig mitnahm. Das Buch war viel zu schnell vorbei. An der einen oder anderen Stelle hätten ein paar Seiten mehr sicher gut getan, es wirkte ein wenig gehetzt und zu schnell abgehandelt.

Tod & Leben, Gegenwart & Zukunft

Für Überraschungen sorgte die Autorin jedenfalls, denn als ich den Prolog las, stellte ich natürlich meine ganz eigenen Vermutungen an, die jedoch im Laufe des Lesefortschritts in alle Winde verstreut wurden und am Ende für große, aber freudig blickende Augen sorgten. Meine Befürchtung, dass mich der Roman emotional zu sehr depremieren würde, blieb aus, denn hier steckt viel Hoffnung, Lichtblicke und Glück zwischen den Zeilen. Menschen kommen, Menschen gehen. Menschen sterben, andere werden geboren. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Das Grundprinzip ist einfach und wirkungsvoll umgesetzt. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, musste ein ums andere Mal auch lachen und hoffte für die Protagonistin nur das Beste.


Nicola Moriarty | Mit dir in meinem Herzen | Originalausgabe: »Free-Falling«, 2012
Goldmann Verlag | 17.12.2012
Paperback (derzeit vergriffen), 345 Seiten | 9783442478569 | 8,99€
zur Ebook-Ausgabe beim Verlag


Mein Fazit: Ein gefühlvolles Buch über den Verlust eines geliebten Menschen und den Weg, damit zurecht zu finden und positiv weiterzuleben, empfehlenswert für alle Freunde der emotionalen, zeitgenössischen Literatur, die nicht im Sumpf des Kitsch versinken wollen!

Meine Wertung4of5

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4 Comments

  • Reply Klausbernd Vollmar 18. Januar 2013 at 18:44

    Wow, ist das umständlich, bei dir einen Kommentar zu schreiben oder gar ein Like zu machen, puh … Dennoch mein Like auf diesem Wege.
    Herzliche Grüße von der tief verschneiten sonnigen Küste Norfolks
    Klausbernd und seine Buchfeen Siri & Selma

    • Reply Buechernische 18. Januar 2013 at 19:04

      Lieber Klausbernd,

      erst einmal danke deinen Kommentar und dein Like :-) worin bestand das Hauptproblem? Ist es zu schwierig zu finden, oder nicht übersichtlich genug? Ich arbeite derzeit ohnehin gerade an einem neuen Layout, daher empfinde ich es als wichtig zu erfahren, wenn es irgendwo „hakt“ scheue dich also nicht, es mir mitzuteilen!

      Viele liebe Grüße aus dem ebenso verschneiten und kalten Cottbus
      Sandra

      • Reply Klausbernd Vollmar 18. Januar 2013 at 19:44

        Liebe Sandra,
        was so umständlich ist? Weißt du, ich bin bei wordpress und du hast keinen Like-it-buttom für wordpress-Nutzer (obwohl die meisten Blogger sind dort) oder ich bin ein Blindhuhn und übersehe ihn. Außerdem muss ich jedes Mal beim Schreiben eines Kommentars bei dir Name, E-Mail und Website eingeben.
        Übrigens wirst du dich wundern, ich bin schon einige Mal in Cottbus gewesen und habe dort in einem Tagungshotel Vorträge gehalten. Aber bei den Sorben bin ich leider noch nicht gewesen.
        Ganz liebe Grüße dir und herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar zu Blog Awards auf meinem Blog
        Klausbernd und seine munteren Buchfeen Siri und Selma

        • Reply Buechernische 18. Januar 2013 at 20:26

          Lieber Klausbernd,

          ich verstehe. Ich bin im Bearbeiten des Codes respektive PhP-Codes nicht so bewandert, daher habe ich da noch nicht nach Anpassungsmöglichkeiten Ausschau gehalten. Ich werde mich aber mal informieren. Was die Kommentarfunktion betrifft, das kenne ich nicht anders. Ich muss das bei anderen Webseiten auch immer eingeben, wordpress-intern ist man ja eingeloggt und da ist das nicht mehr nötig. Ich mache mich mal schlau :-)

          Liebe Grüße
          Sandra

    Ich freue mich auf euer Feedback :-)

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