Kolumnen

Let’s write: Über die Freude am Schreiben.

6. März 2015

Ihr lieben Nischenfreunde,

Freitag, das Wochenende steht schon quasi vor der Türe. Gestern war ein recht stressiger Tag, darum lasse ich es heute ein wenig ruhiger angehen und freue mich, Zeit für meine Hobbies zu haben. Am Montag habe ich zum ersten Mal seit über einem halben Jahr wieder ein Buch gelesen. Ich hatte länger überlegt, in welchem Buch ich zum Wiedereinstieg meine Nase vergrabe; als mir die Dino Wheelies-Reihe im Netz auffiel und Eleon sofort Feuer & Flamme für die putzigen Dinos war, fiel die Wahl nicht weiter schwer. Meine Rezension zum ersten Band der Reihe könnt ihr seit gestern in der Kindernische nachlesen.

Let’s write!

Doch nicht nur das Lesen liegt mir wieder sehr am Herzen, auch das Schreiben. Während Herr Büchernische sich wieder seinem Manuskript widmet, das Exposé zum Highfantasyroman fertig stellt und eine Kapitelübersicht schreibt, habe ich meine Liebe zum Briefe schreiben wiederentdeckt. So ganz analog, mit Füller und schönem Briefpapier, hübschen Briefmarken und Papeterieaccessoires, die das Schreiben zu wahrer Kunst werden lassen. Ich liebe es, zu bloggen und mich mit euch hier auszutauschen. Genauso mag ich aber auch das Geräusch der Feder auf dem Papier, die Haptik und das Knistern der Fütterung eines Umschlags, den Duft von frisch aufgeklebten Briefmarken und die Freude darüber, wenn ein handgeschriebener Brief, mit Stempeln oder Zeichnungen verziert, im Briefkasten landet und sich auf dem Weg zu seinem Empfänger befindet.

Schreiben. Eine Passion.

Früher hatte ich einige Brieffreunde – damals, als wir noch klein waren, im Grundschulalter. Aus einer kurzen Urlaubsbegegnung an der Ostsee wurde eine lange Brieffreundschaft, nachdem wir uns am Strand zwischen Förmchen und Badetuch ganz gut verstanden haben. Briefe mit Fotos, ausgeschnittenen BRAVO-Schnipseln und Stickern verziert reisten also einige Jahre lang auf dem Postweg aus dem Süden Deutschlands bis weit hoch in den Norden nach Hamburg. Irgendwann kam keine Antwort mehr, der Strom an Briefen verebbte, die Interessen verschoben sich und der Füller blieb in der Schublade liegen.

“A letter always seemed to me like immortality because it is the mind alone without corporeal friend.” – Emily Dickinson

Bis vor einigen Monaten schrieb ich zwar ab und an eine Postkarte aus dem Urlaub, oder eine kleine postalische Aufmerksamkeit an Freunde, doch wann der letzte, richtige Brief sich auf die Reise machte, kann ich gar nicht mehr so genau sagen. „Eindeutig zu lange her!“ lautet hier die Diagnose und da mir das Schreiben großen Spaß macht, werde ich das nun wieder in den Angriff nehmen. Getreu meinem Motto: Don’t just talk about it, do it! Also habe ich mich in den letzten Wochen nach schönem, schlichten Briefpapier und Umschlägen umgesehen. Wenn du bei Google ‚Briefpapier‘  oder ‚Papeterie‘ als Suchbegriff eingibst, klappen Hunderte von Suchergebnissen auf. Doch in den meisten Fällen gefallen mir die Papiere absolut nicht. Blümchen, Schleifchen oder gar Windelwinnie?! Das war schon früher nicht mein Ding, nein danke. Wo sucht man also, wenn man schlichtes, gutes, auch haptisch griffiges Papier haben möchte?

Die Suche nach dem richtigen Papier.

Ich wurde auf Instagram und Pinterest fündig, habe einen Hashtag nach dem nächsten durchstöbert – von #handlettering über #letters bis hin zu #snailmails -, habe mich von Pinnwand zu Pinnwand geklickt und stieß irgendwann auf den Webshop Mino Papersweets der belgischen Designerin Liesbet Van Cauteren  und der Berliner Papeterie RSVP Berlin. Répondez s’il vous plaît? Oui, bien sûr! Und so habe ich mir im Onlineshop des Berliner Papeteriegeschäfts schlichtes, weißes Briefpapier von Rivoli gekauft, dazu einen neuen Palomino Blackwing Bleistift – eine Ewigkeit ist es her, seit ich mit diesem Stift geschrieben oder gezeichnet habe – und schlichte weiße Briefumschläge mit farbigem Inlay in sonnigem Gelb. Bald ist Ostern, da ist diese leuchtende, strahlende Farbe genau das Richtige. Im belgischen Shop der zauberschönen Papiersüßigkeiten haben es mir die wunderschönen Umschläge in verschiedenen Farbkombinationen mit den dazu passenden Tags und natürlich Bakers Twine der deutschen Garnmanufaktur Garn & mehr angetan. Hach, so schöne Farben ♥ ♥  ich liebe es!

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Ich bin einfach hin und weg von diesem klaren, farbenfrohen Design. So herrlich frisch & frühlingshaft! Mit solchem Material bereitet das Schreiben gleich viel mehr Freude. Dann zücken wir mal den Füller und schreiben. Wer weiß, wo der erste Brief landen wird? Mhhh… :-)

Schreibt auch gerne mal einen Brief, so ganz analog und herrlich oldschool? Ich freue mich über euer Feedback in den Kommentaren! Vielleicht hat ja jemand von euch Lust, mit mir Briefe auszutauschen? ;-)

erzaehleesunsApropos Schreiben. Der eine oder andere von euch wird sicherlich vom Piper Schreibwettbewerb gehört haben. Unter dem Motto #erzähleesuns suchte der Verlag im Herbst 2014 Nachwuchsautoren auf Wattpad. Heute nun trafen sich die fünf Finalistinnen in München in den heiligen Hallen des Verlags und erwarteten gespannt, wessen Geschichte als gedrucktes Buch und Ebook bei Piper erscheinen würde. Auf diesem Wege möchte ich Nicole Gozdek meine herzlichsten Glückwünsche aussprechen: Ihr Buch »Die Magie der Namen« ist der Gewinnertitel und ich bin nun sehr gespannt, was uns da erwartet.

In einer Welt, wo nur der Name darüber bestimmt, wer du bist, welchen Beruf du ausübst, ob du Vermögen hast und zu welcher Dynastie du gehörst, ist der Name Macht und Magie zugleich. Der Außenseiter Nummer 19 aus dem kleinen Ort Tummersberg träumt davon, als Erwachsener endlich ein Held und großer Name zu sein. Doch am Tag seiner Namensgebung erlebt er eine Überraschung: Niemand kennt seinen neuen Namen Tirasan Passario! Während Tirasan versucht herauszufinden, wer er ist und was sein Name bedeutet, begibt er sich zusammen mit einer Gruppe von neuen Freunden und bekannten großen Namen auf den weiten Weg in die Hauptstadt Himmelstor, um dort das große Namensarchiv aufzusuchen und mehr über seine früheren Leben zu erfahren. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als zunächst gedacht und auch sein eigener Name hat noch einige Überraschungen für Tirasan parat.“ © Nicole Gozdek – Quelle: Wattpad

Ich werde nun Stift & Papier erst einmal zur Seite legen und einen leckeren Tacosalat zubereiten. Bloggen macht eindeutig hungrig! Habt ein tolles Wochenende, farbenfroh und sonnig, mit guten Büchern und interessanten Charakteren.

Alles Liebesandra_signed

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9 Comments

  • Reply Mina 7. März 2015 at 14:49

    Liebe Sandra,

    ich habe schon lange nicht mehr hier bei Dir gepostet – dabei finde ich es sehr toll, dass Du wieder zurück bist! :)

    Seit meiner Kindheit habe ich schon immer gerne Briefe geschrieben. Schön ist, dass meine drei besten Freundschaften aus diesen Brieffreundschaften erwachsen sind. Vielen schreibe ich heute noch, habe sogar einen extra Sekretär, an dem nur Briefe und Postkarten geschrieben werden, niemals Arbeit gemacht wird. Ich liebe es, Briefe zu schreiben. :) Aber es stimmt schon, es kostet immer auch Zeit und ich brauche Ruhe für einen Brief. Daher dauert es bei mir oft ein Weilchen, bis ich antworte. Prinzipiell wäre ich also für den Briefaustausch ausreichend vorbereitet und allzeit bereit. Wenn Du Lust dazu hast, kannst Du mir ja ne Mail schicken, damit wir Adressen austauschen können. ;) Wie das klingt! So nach „hey, kann ich Deine Nummer haben, Baby?“

    Feines Wochenende Dir, Frau Büchernische,

    Mina

    • Reply Sandra 8. März 2015 at 18:12

      Liebe Mina,

      wie schön, dich hier zu sehen! Danke für den lieben Willkommensgruß, ich freue mich auch wieder mitten drin im bunten Getümmel zu sein. Es hat mir gefehlt, aber die Pause musste auch einfach sein und tat mir persönlich gut, weil ich mir auch über das Warum & Wie meines Blogs so einige Gedanken gemacht habe.

      Ohhh du hast einen Sekretär? Wie wunderschön ♥ ich würde mich sehr darüber freuen, mit dir Post auszutauschen und auch bei mir dauert das immer ein wenig, weil ich auch immer ein Weilchen brauche, bis ein Brief fertig geschrieben ist :-)

      Ich melde mich per Mail, ja?

      Liebe Grüße
      Sandra

    • Reply Mina 10. März 2015 at 09:48

      Guten Morgen, liebe Sandra!

      Oh das freut mich sehr. Aber lass Dir wirklich die Zeit, die Du brauchst. Ich werde ganz geduldig sein. Grins.

      Ja, der Sekretär – den haben wir von der Mama meines Freundes geerbt. Ich mag ihn echt gerne mit seinen ganzen Schublädchen und Klappen. :)

      Hab nen feinen Tag!
      Mina

  • Reply Tintenelfe 7. März 2015 at 09:16

    Wirklich richtig lange Briefe habe ich zuletzt im Studium geschrieben, vor allem wenn es im Seminar langweilig war. Jetzt fällt es mir eher schwer, mich zum handschriftlichen Schreiben aufzuraffen.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
    LG, Mona

    • Reply Sandra 8. März 2015 at 18:10

      Liebe Mona,

      mir geht es auch so, ich konnte mich bisher nicht recht aufraffen. Aber das betraf nicht nur das Schreiben analog wie digital hier auf dem Blog, sondern auch Malen bzw. Kreativsein allgemein. Früher habe ich viel und gerne geschrieben, ein paar Mal änderte sich meine Handschrift und nun möchte ich das fortführen.

      ich wünsche dir auch ein tolles Wochenende und vor allem eine wundervolle Woche in Leipzig. Ich hätte dich gern endlich mal kennengelernt, aber das verschieben wir dann einfach ;-)

      Liebe Grüße
      Sandra

  • Reply Henrik 7. März 2015 at 00:28

    Hallo Sandra! :)

    Der letzte Brief den ich schrieb ging über ganze vier Seiten und hat leider nicht das Bewirkt, was ich mir dadurch erhofft habe. Ich habe bis heute noch keinen blassen Schimmer, ob er jemals wirklich gelesen & verstanden wurde. Aber gut, das hat mir dann auch schon wieder gereicht.

    Aber die letzte Zeit versuche ich wieder öfter auf Papier zu schreiben.. meine Handschrift hat sich wieder verbessert deswegen. Das macht Freude! :D

    Solche Umschläge und so tolles Papier ist immer viel zu schade zum verwenden. D: Ich hab immer mitleid, weil es dann so.. so benutzt wird. :D Aber wenn es toll wird, dann ist es vielleicht etwas anderes. An Weihnachten hatte ich einen total tollen Umschlag dabei, das war fast zu schade ihn wegen dem Stempel dann entsorgen zu müssen. Es hat weh getan. ^^

    Garn und mehr.. ich liebe es ja seit langer zeit. :D

    Liebe Grüße
    Henrik

    • Reply Sandra 8. März 2015 at 18:08

      Hi Henrik,

      mhhh das ist natürlich manchmal so, dass man nicht die erwünschte oder gar überhaupt keine Antwort bekommt. Solche Briefe habe ich auch schon geschrieben. Was aber auch ich festgestellt habe: Wenn man öfter schreibt, schreibt man bewusster und bemüht sich, nicht so zu kritzeln, wie ich es gerne auf Einkaufszetteln mache. Zack, schnell hingeschrieben und gut ist. Klar, muss ja schnell gehen manchmal. Aber bei einem Brief lasse ich mir Zeit und freue mich dann wie du am Ergebnis.
      Was das „das schöne Papier ist zu schade“: Diese Einstellung habe ich bei meinen Notizbüchern auch (gehabt). Aber was bringt es, wenn sie leer im Regal stehen? Oder wenn das Briefpapier langsam vor sich hinschimmelt und nie jemanden erfreuen kann? So wirklich nützlich ist dann nicht, wobei es ja Menschen gibt, die einfach nur schöne Papeterie sammeln. Aber das ist nicht meins, meine Sammelphase habe ich hinter mir (früher in Form von Stickern g*).

      BakersTwine ist super, ne? Neben Washitape absolute Dekoliebe ♥

      Schönen Sonntag dir!
      Sandra

  • Reply Melissa 6. März 2015 at 21:55

    Dein Logo/Header ist ja unfassbar genial!!! Ich wünschte wirklich, ich hätte das nötige Talent dazu.
    Ich hscreibe zwar gerne und auch beruflich, allerdigs ist bei mir das Briefe schreiben auch schon ewig her. Im Studium hab ich das mal noch gemacht, wenn ich einer entfernt wohnenden Freundin ein Päckchen zum geburstag etc. schickte. Dann lag meist auch ein Brief bei. Im Büro gehöre ich zu den wenigen, die sich noch mit Stift und Papier Notizen macht. Einfach, weil ich es so gewohnt bin und meine Hand nicht aus der Übung kommen soll. Es war echt schmerzhaft nach einem gefühlten Jahr mal wieder mit der Hand zu schreiben. Das finde ich gruselig!
    Ich hab als Teenager viel Tagebuch und Gedichte geschrieben. Das ist aber auch schon lange vorbei.

    Was ich dagegen früher viel zur Entspannung gemacht habe, war malen mit Aquarell oder Ölfarbe. Das hat sich dann zum Ende des Studiums hin irgendwie verloren und jetzt würde ich zwar wieder gerne, würde mir das aber nicht mehr so wie früher an die Wand hängen.

    Aber vielleicht sollte ich doch mal wieder den Pinsel schwingen…
    Liebe Grüße
    Melissa

    • Reply Sandra 8. März 2015 at 18:01

      Liebe Melissa,

      danke dir ♥ das Lob freut mich sehr!

      Ich finde das gerade schön, mir handschriftlich Notizen zu machen. Aber ich mache es mittlerweile auch viel zu selten, weil der Griff zum Smartphone und Evernote gerade unterwegs viel schneller geht. Doch dann denke ich mir immer, wie schön es ist, wenn ich meine eigenen handschriftlichen Notizen später finde und mir ins Gedächtnis rufe, was ich damals damit gemeint habe, als ich es aufschrieb. Manchmal hinterlasse ich auch kleine Zettelchen mit meiner Handschrift in meinen gelesenen Büchern, falls meine Kinder später das Buch mal lesen, finden sie Mamas Zettelchen.

      Gedichte habe ich auch mal geschrieben, das ist schon eine Weile her und druckreif waren sie nicht. Aber sie kamen von Herzen..

      Ohja, schwing den Pinsel mal wieder, das tut gut. Ich merke es selbst gerade, wie gut das tut.

      Schönen Sonntag dir! ♥
      Sandra

    Ich freue mich auf euer Feedback :-)

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