Rezensionen

{Kurz belichtet} Marissa Meyer – Wie Sterne so golden {Buchrezension}

1. Juni 2016

Hallo meine lieben Leser!

Den Juni beginnen wir direkt einmal mit einer Buchempfehlung. Vor einigen Monaten habe ich, dank Jessi (der Tipp war Gold wert!), begonnen, eine fantasievolle Jugendbuch-Reihe gelesen, die mich vom ersten bis zum letzten Buch wirklich schwer beeindruckt hat. Die Rede ist von den Lunar-Chroniken aus der Feder von Marissa Meyer, bei uns in Deutschland im Carlsen Verlag erschienen. Bereits der erste Band zog mich in seine fabelhaft gezeichnete, abwechslungsreiche Welt unwiderstehlich hinein und ließ mich ziemlich  im Lesesessel zurück. Nicht minder spannend und ereignisreich präsentiert sich auch der dritte Band der Reihe namens »Wie Sterne so golden«, der zu meiner großen Freude beweist, dass diese Buchreihe sogar noch steigerungsfähig ist.

Kurz belichtet?

Rezensionen mit diesem Label sollen euch, wie der Name schon sagt, kurz und prägnant vermitteln, wie mir das Buch gefallen hat. Ich werde diese Art der Besprechung zukünftig gern für Fortsetzungen nutzen. Vorteil: Weniger Spoilergefahr. Manchmal möchte ich aber auch einfach keine ausführliche Rezension schreiben und mich in weniger als meinen sonst verwendeten 1000 Worten über ein Buch äußern. In sechs Punkten werde ich euch also meinen Eindruck zu Coverdesign, Einstieg in die Geschichte, Charakterzeichnung, der Handlung selbst sowie den positiven wie negativen Aspekten des Buches schildern. Ich hoffe, dass euch diese Form der Buchvorstellung gefallen wird.

Achtung: Diese Besprechung behandelt den dritten Band einer Reihe, es könnten also Spoiler enthalten sein. Leser, welche die ersten beiden Bände der Lunar-Chroniken noch nicht gelesen haben, sollten spätestens jetzt den Artikel schließen und sich zunächst die ersten beiden Bücher kaufen. Ihr verpasst etwas! :)

Mein Eindruck zu »Wie Sterne so golden«

Marissa Meyer, Wie Sterne so golden, Carlsen  InhaltCinder und ihre Freunde befinden sich nach wie vor auf der Flucht, als sie mit Cress Kontakt aufnehmen. Das blonde Mädchen wird von Königign Levana seit sieben Jahren in einem Satelliten gefangen gehalten, der in einem erdnahen Orbit um den blauen Planeten kreist. Von dort oben aus überwacht sie die Kommunikation auf der Erde, hackt sich geschickt in Regierungskanäle und spioniert hohe Beamte im Auftrag ihrer Königin aus. Als Cinder sie um ihre Hilfe bittet, ergreift die junge Cress diese Gelegenheit, um endlich ihrem 200m² großen Weltraumgefängnis entfliehen zu können. Doch die Flucht steht unter keinem guten Stern…

Das Coverdesign. Das Coverbild harmoniert mal wieder perfekt mit den Vorgängern und vor allem dem Buchthema. Sehr gelungen.

Der Einstieg. Wieder einmal fühlen sich die ersten Sätze wie nach Hause kommen an. Die intensive Atmosphäre, welche Marissa Meyer in ihren anderen Büchern so gelungen aufrecht erhält, spürt man auch im dritten Band sofort. Die beklemmende Enge des Satelliten, das offensichtlich zugrunde liegende Märchen, das man eigentlich schon anhand des Covers erahnen kann, bilden wieder ein rundum stimmiges Gesamtpaket. Ohne Umschweife führt uns die Autorin direkt in Cress klaustrophobisch geprägtes Leben. Was im Märchen für Rapunzel der Turm ist, wird hier in Form eines im Weltall treibenden Satelliten weiter gesponnen und zu einer märchenhaft-spannenden Dystopie verwoben. Wunderbar!

Die Charakterzeichnung. Crescent war mir von Anfang an sympathisch. Trotz ihrer offensichtlich ziemlich ausweglosen Lage, über deren Hintergründe wir im späteren Verlauf des Buches noch genaueres erfahren, hat sich das junge Mädchen nicht im Selbstmitleid vergraben, sondern macht das Beste aus ihrer aktuellen Lebenssituation, ohne dabei die Hoffnung aufzugeben, eines Tages wieder frische Luft zu atmen oder echtes, grünes Gras unter ihren Füßen zu spüren. Schon von der ersten Minute an mochte ich die aufbegehrende Rebellin in ihr. Man muss bedenken, dass Cress seit sieben Jahren nichts anderes als die Räumlichkeiten innerhalb des Satelliten gesehen hat. Ihr einziger Kontakt zur belebten Außenwelt sind die zahlreichen Kommunikationswege Richtung Erde. Als kurzweilige Ablenkung und um nicht vor Einsamkeit durchzudrehen, hat Crescent eigenständig eine KI programmiert. Sowohl ihre Charakterentwicklung als auch die des etwas aufreißerisch wirkenden Käpitän Thorne gefiel mir ausgesprochen gut.

Wie Sterne so golden, Marissa Meyer, Rezension, Carlsen Verlag, Foto S. Zabel

Die Handlung. Band 3 wirft uns ohne Umschweife direkt in die Handlung hinein. Da ich zwischen Band 2 und 3 nicht allzu viel Zeit verstreichen ließ, fand ich direkt wieder Anschluss an die Geschehnisse der Vorgänger und genoss dieses Gefühl des Wiedersehens mit alten Figuren und Kennenlernens neuer facettenreich gestalteter Charaktere. Marissa Meyer hat außerdem wirklich ein Händchen dafür, den Leser mit überraschenden Wendungen an der Nase herum zu führen. Während das erste Buch noch recht vorhersehbar war, konnten sowohl zweite als auch der dritte Band mit überraschenden Plotentwicklungen punkten, die mich ziemlich sprachlos zurück ließen. Die Spannungskurve stieg kontinuierlich an, wartet mit einigen äußerst spannenden Höhepunkten auf und ließ mich mit dem letzten gelesenen Wort wie elektrisiert, in unbändiger Erwartung auf das Finale, zurück.

 Sprache. Wie bereits in den ersten Bänden ist Meyers Schreibe durch einen wunderbaren facettenreichen Umgang mit Worten geprägt, der für intensive Bilder im Kopf sorgte und mich unwiderstehlich in ihre atmosphärische Geschichte sog.

Positiv. Neue faszinierende Charaktere, die mich in ihrer facettenreichen Entwicklung sehr begeistern konnten, dazu eine höchst interessante, etwas exotischere Kulisse und nicht zuletzt natürlich die spannende Fortführung von Cinders Handlungsfaden, der sich immer dichter mit den neu eingeführten Charakteren zu verknüpfen beginnt.

Negativ. Nun, also. Lasst mich kurz nachdenken. Das Buch war zu kurz? Nein. Eigentlich fällt mir nur ein negativer Aspekt auf: »Wie Sterne so golden« ist der dritte und somit vorletzte Band dieser fabulösen Märchenadaption. Nur noch das Finale steht also ungelesen im Bücherregal, d.h. ich werde mich bald von Cinder, Kai, Wolf, Scarlet, Cress, Thorne und natürlich der fabelhaften Iko verabschieden müssen. Zwar wartet mit knapp 800 Seiten ein ziemlich langes Goodbye auf mich, doch er wird mir definitiv sehr schwer fallen. Ich bin spätestens seit dem zweiten Buch »Wie Blut so rot« ein großer Fan dieser Reihe.


Marissa Meyer | Wie Sterne so golden
Carlsen Verlag | September 2014 | ab 12 Jahren | Reihe: Luna-Chroniken, Band 3
Hardcover, 576 Seiten | 978-3551582881 | 19,90€
zum Buch beim Verlag


Mein Fazit: Meine Güte, Frau Meyer. Die Reihe wird von Buch zu Buch besser, intensiver, spannender, farbenfroher, sogreicher, unwiderstehlicher. Ich denke, so kann man es am besten ausdrücken. Auf der einen Seite kann ich es kaum erwarten, das Finale zu lesen. Auf der anderen Seite wird mir der Abschied sehr schwer fallen, denn die Lunachroniken haben sich definitiv einen Lieblingsbuchplatz im Regal gesichert. Re-Read-Potential mit eingeschlossen. Unglaublich facettenreicher, spannender dritter Band, den ich euch von Herzen empfehlen kann. Ich glaube, ich wiederhole mich, aber: Lest diese Bücher! Ehrlich jetzt!

Meine Wertung:
5of5, 5 Leseherzen

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3 Comments

  • Reply Heffa Fuzzel 6. November 2016 at 22:33

    Ich muss den letzten Band auch noch lesen. Ich habe den 3. Band an einem Tag durchgelesen. Ich war einfach 24h wach, weil ich nicht aufhören konnte :’D
    Find es toll, dass ich nicht die einzige bin, die die Reihe so toll findet, und dass sie immer spannender wird *-*

    • Reply Sandra 19. November 2016 at 19:33

      Oh nein, liebe Heffa. Da bist du wirklich nicht die Einzige :)
      Ich war schockverliebt in die ganze Reihe, unglaublich gut geschrieben ♥

      Bist du mittlerweile mit allen Büchern durch?
      Sorry für die späte Antwort, ich war eine ganze Weile inaktiv hier.

      Liebe Grüße
      Sandra

  • Reply Eva 8. September 2016 at 13:29

    Liebe Sandra,

    danke für deine schöne Besprechung von Wie Sterne so golden. Die Idee nur einen kurzen Blick auf Fortsetzungen zu werfen, um weniger vorweg zu nehmen, ist eine gute. Ich habe erst kürzlich den ersten Band gelesen und hoffe, dass ich bald dazu komme, mir den zweiten vorzunehmen. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    Lg
    Eva

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