Rezensionen

Kurz belichtet: Marissa Meyer – Wie Blut so rot {Buchrezension}

20. März 2016

Kindernische, März 2016

Hallo meine lieben Leser!

zum Abschluss der Leseparty am Rande der Leipziger Buchmesse möchte ich euch in meiner heutigen Rezension ein Buch vorstellen, das wieder diesen gewissen Wow-Faktor mit sich brachte. Die Rede ist vom zweiten Band der Luna-Chroniken von Marissa Meyer, das im Carlsen Verlag erschienen ist. Kurz nachdem ich die letzte Seite umgeblättert hatte, hielt ich sogleich meine Eindrücke auf virtuellem Papier fest, solange sie noch ganz frisch waren. Ich möchte euch jetzt in meiner Rezensionskategorie Kurz belichtet von der gelungenen Fortsetzung der Reihe namens »Wie Blut so rot« berichten. Übrigens: Kommt morgen gut in die neue Woche! :)

Kurz belichtet?

Rezensionen mit diesem Label sollen euch, wie der Name schon sagt, kürzer als gewohnt vermitteln, wie mir das Buch gefallen hat. Ich werde diese Art der Besprechung zukünftig öfter, v.a. für Fortsetzungen nutzen. Manchmal möchte ich einfach keine lange Besprechung schreiben und mich in weniger als meinen sonst verwendeten 1000 Worten über ein Buch äußern. In sechs Punkten werde ich euch also meinen Eindruck zum Coverdesign, Einstieg in die Geschichte, Charakterzeichnung, der Handlung selbst sowie den positiven wie negativen Aspekten des Buches schildern. Ich hoffe, dass euch diese übersichtlich aufgebaute, strukturiertere Form der Buchvorstellung gefallen wird.

Mein Eindruck zu »Wie Blut so rot«

Marissa Meyer, Wie Blut so rot, Carlsen  Inhalt. Scarlet ist verzweifelt. Ihre geliebte Grand-mère ist seit zwei Wochen spurlos verschwunden. Die Polizei hat die Suche nach der alten Dame eingestellt, doch Scarlet gibt nicht auf. Sie glaubt nicht daran, dass ihre geliebte Großmutter ihre Enkelin einfach so allein zurücklassen würde – nicht ohne eine Erklärung. Als sie den mysteriösen Straßenkämpfer Wolf kennenlernt, ist dieser demjungen Mädchen mit der roten Kapuze ganz und gar nicht geheuer. Er scheint irgendein ein Geheimnis zu verbergen. Als Wolf Scarlet anbietet, bei der Suche nach ihrer Großmutter zu helfen, ist sie zunächst sehr misstrauisch – kann sie diesem raubeinigen Mann mit der geheimnisvollen Tätowierung überhaupt trauen?

Das Coverdesign. Schon der erste Blick auf das tapetenartige Muster verrät, welches Märchen im zweiten Buch als Inspiration diente. Auch das Design von »Wie Blut so rot« ist wieder sehr gelungen und harmoniert perfekt mit der restlichen Reihe.

Der Einstieg. Ohne langes Vorgeplänkel kommt auch die Handlung im zweiten Buch sogleich zur Sache: Scarlet und Wolf, das „Duett“ dieses Bandes, werden relativ zügig eingeführt, während im Hintergrund nach wie vor Cinder eine große Rolle spielt. Obwohl wir es in »Wie Blut so rot« mittlerweile mit einer Vielzahl an Charakteren zu tun haben, schafft Marissa Meyer es dennoch, jeder Figur ausreichend Platz in der Geschichte zu geben, ohne dass der Plot überladen wirkte. Dabei wird jeder Storyfaden am Ende des Buches geschickt miteinander verknotet.

Die Charakterzeichnung. Scarlet gefällt mir von allen bisher kennengelernten Figuren mit am besten. Sie ist intelligent, liebevoll, zielstrebig und liebt ihre Großmutter von ganzem Herzen. Wolf dagegen ist ein eher raubeiniger Charakter, mit dem ich vor allem in den ersten zwei größeren Abschnitten so meine Probleme hatte. Seine Charakterentwicklung ist allerdings bemerkenswert und zum Ende hin musste ich doch zugeben, ob seiner Verletzlichkeit auf der einen und seiner Willensstärke auf der anderen Seite, Gefallen an ihm gefunden zu haben.

Marissa Meyer, Wie Blut so rot, Carlsen, Fotografie büchernische-blog.de

Die Handlung. Ich kann es gar nicht oft genug betonen, wie sehr ich von Marissa Meyers Idee fasziniert bin. Sie ist so einfach wie genial umgesetzt: Altmodisches Märchen trifft moderne Dystopie. Auch im zweiten Buch versetzt sie uns in ihre Zukunftsvision eines Planeten nach dem vierten Weltkrieg und lässt den Plot mit klassischen Elementen aus dem Märchen Rotkäppchen verschmelzen. Wie auch im ersten Band erkennt man die märchenhaften Züge jedoch nur an kleinen, feinen Details. Die Autorin umgab um den altertümlichen, märchenhaften Kern mit einer völlig neuen Handlung. Wieder einmal gelingt es Marissa Meyer schon auf den ersten Seiten, mich mitten ins Geschehen zu katapultieren. Ich fühlte mich, als würde mich die Autorin an der Hand nehmen und mitten in ihren dunklen Wald voller Geheimnisse entführen.

 Sprache. Farbig. Intensiv. Bildgewaltig – wie im Kino. Marissa Meyer beweist stilsicher, dass sie ihr Handwerk versteht. Sie umhüllt mich mit einem wärmenden roten Mantel aus Worten, katapultiert mich mitten hinein in eine farbenfroh dargestellte Zukunftsvision, inmitten politischer Intrigen, eiskalter Machtspiele und emotionalen Momenten. Schlussendlich lässt sie mich erst mit dem letzten Wort ganz langsam los, nicht ohne gleichzeitig unbarmherzige Gier auf die Fortsetzung in mir zu schüren.

Positiv. Was mit Cinder im ersten Buch gemächlich und auch ein wenig vorhersehbar begann, steigerte sich mit Scarlets Geschichte schon im zweiten Band zu einem actionreichen Intermezzo mit charismatischen Figuren und zum Zerreißen spannenden, aber auch sehr emotionalen Momenten.

Negativ. Abgesehen von der Tatsache, dass auch das zweite Buch gefühlt zu kurz ausfällt – ich hätte zum Beispiel gerne noch Ausführlicheres über Scarlets Großmutter erfahren – habe ich nichts zu beanstanden.


Marissa Meyer | Wie Blut so rot
Carlsen Verlag | September 2014 | ab 12 Jahren | Reihe: Luna-Chroniken, Band 2
Hardcover, 576 Seiten | 978-3551582881 | 19,90€
zum Buch beim Verlag


Mein Fazit: Während der erste Band für mich zwar noch relativ vorhersehbar, aber dennoch unglaublich intensiv und faszinierend war, riss mich das deutlich höhere Erzähltempo in »Wie Blut so rot« förmlich mit sich. Dank der Vorgeschichte in »Wie Monde so silbern« wechseln sich nun rasante, actionreiche Szenen mit emotionalen, unheimlich berührenden Momenten ab – ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Mit unbändiger Neugier tauchte ich immer tiefer und tiefer in Marissa Meyers unglaublich farbintensiv gezeichnete Welt ein und wurde dabei von ihrer umarmenden Schreibe aufgefangen. Mit jeder Seite verliebe ich mich mehr in diese Reihe und freue mich nun sehr auf »Wie Sterne so golden«. Erneut volle Punktzahl für Band II.

Meine Wertung:
5of5, 5 Leseherzen

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Kristina 21. März 2016 at 09:36

    Awww, schon wieder so viel Begeisterung für die Reihe. *_* Du machst mir echt richtig Lust auf die wundervollen Bücher und ich glaub, ich warte nicht mehr lange mit dem Lesen. :D Auch die neue Kategorie finde ich toll, die kannst du gern beibehalten. ;)

    Ganz ganz liebe Grüße

    Kristina aus dem Tintenmeer

  • Ich freue mich auf euer Feedback :-)

    %d Bloggern gefällt das: