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{Kurz belichtet} Thomas Thiemeyer – Das verbotene Eden: Logan und Gwen {Buchrezension}

17. Mai 2016

Einen schönen Tag liebe Leser,

nachdem ich euch vor einer Woche den ersten Band der Eden-Trilogie vorgestellt habe, möchte ich euch heute den Folgeband namens »Das verbotene Eden – Logan & Gwen« schmackhaft machen. Diese Dystopiereihe ist den Griff ins Bücherregal absolut wert gewesen. Der Abschlussband wartet noch auf mich, doch derzeit plagt mich eine ziemlich hartnäckige Leseflaute, so dass ich mich eher mit nichtliterarischen Dingen beschäftige. Nun aber erst einmal meine Meinung zur gelungenen, atmosphärischen Fortsetzung der postapokalyptischen Trilogie.


Warnung | Band III einer Reihe: Leser, die den ersten Band der Trilogie noch nicht kennen, sollten mit dem Lesen dieser Rezension etwas vorsichtig sein. Es könnte der eine oder andere Spoiler enthalten sein, der sich auch in dieser kurzen Besprechung nicht vermeiden ließ.


Kurz belichtet?

Rezensionen mit diesem Label sollen euch, wie der Name schon sagt, kurz und prägnant vermitteln, wie mir das Buch gefallen hat. Ich werde diese Art der Besprechung zukünftig gern für Fortsetzungen nutzen. Vorteil: Weniger Spoilergefahr. Manchmal möchte ich aber auch einfach keine ausführliche Rezension schreiben und mich in weniger als meinen sonst verwendeten 1000 Worten über ein Buch äußern. In sechs Punkten werde ich euch also meinen Eindruck zu Coverdesign, Einstieg in die Geschichte, Charakterzeichnung, der Handlung selbst sowie den positiven wie negativen Aspekten des Buches schildern. Ich hoffe, dass euch diese Form der Buchvorstellung gefallen wird.

Mein Eindruck zu »Das Verbotene Eden: Logan und Gwen«

loganundgwen  InhaltNachdem Juna vor einigen Wochen gemeinsam mit ihrem geliebten David in den fernen Westen aufbrach, um ihr Glück in der Suche nach der Zuflucht zu suchen, bleibt Gwen mit ihrem Kummer alleine in Glânmor zurück. Sie stürzt sich in ihre Arbeit als Heilerin, doch die Einsamkeit macht ihr das Leben schwer. Nachdem sich die angespannte Situation zwischen Männern und Frauen zuzuspitzen scheint, willigt Gwen ein, Teil einer waghalsigen Mission zu werden. Noch hat sie wahrlich nur den Hauch einer Ahnung, in welch große Gefahr sie und ihre Gefährtinnen sich begeben…

Das Coverdesign. Das Design des zweiten Bandes harmoniert perfekt mit dem ersten Buch: gleiche Perspektive mit veränderten Charakteren und Farbgestaltung. Die Trilogie sieht im Regal wirklich schön aus..

Der Einstieg. »Logan und Gwen« fackelt nicht lange mit Wiederholungen aus dem ersten Buch, wenn gleich der eine oder andere Hinweis auf die Vorgeschichte den Wissensstand erneut auffrischt, sofern das notwendig ist. Die Geschichte wird dieses Mal aus der Perspektive von Junas ehemaliger Partnerin Gwen und einem völlig neuen Charakter, Clanmitglied Logan konstruiert und wirft sogleich mitten ins Geschehen.

Die Charakterzeichnung. Wie bereits erwähnt, wechselt die Erzählperspektive zwischen Gwen und Logan solange hin und her, bis sich die beiden schließlich über den Weg laufen. Bis es soweit ist, lernen wir eine gefühlvolle Gwen kennen, die unter dem Verlust ihrer Gefährtin Juna leidet und gleichzeitig bemüht ist, in ihren Alltag als angehende Heilerin zurückzufinden. Logan hingehen ist ein junger Schmied aus dem Clan Steinerner Turm, einem der Clans, die sich in der großen Stadt außerhalb des direkten Einflussbereichs des Inquisitors niedergelassen haben. Beide Protagonisten wirkten authentisch, ein jeder auf seine Weise kämpferisch, neugierig und wissbegierig.

Die Handlung. Wie im ersten Band dauerte es ein wenig, bis die Handlung an Fahrt gewann. So blieb die Geschichte dieses Mal auch etwas ruhiger, zumal der Plot etwas damit zu kämpfen hatte, dass Logan und Gwen die gleiche Entwicklung wie Juna und David vor ihnen durchlebten. Auch sie wurden sich langsam bewusst, dass ein Krieg zwischen den Geschlechtern mehr aus Gewohnheit und Aufrechterhaltung der aktuellen Ordnung denn aus reeller Bedrohung füreinander resultierte. Die Ursache dieses Konflikts hätte eigentlich schon längst begraben sein können, wären da nicht immer noch Kräfte am Werk, die dies nicht wahr haben wollen. Dennoch ist es sehr spannend, das schrittweise Annähern der Hauptfiguren mitzuverfolgen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Handlungsfäden in Band 3 miteinander verwoben werden.

dasverboteneeden02

 Sprache. Thiemeyers Schreibe gefällt mir ausgesprochen gut und daran hat sich auch im zweiten Band nichts geändert. Er schreibt sehr bildhaft, lebendig und füttert das kopfeigene Kino mit jeder Seite mehr. Er weiß mit Worten umzugehen und zeichnete ein eindrucksvolles, intensives Bild dieser zerstörten Welt und des nach wie vor schwärenden, blutigen Geschlechterkampfes.

Positiv. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Thomas Thiemeyer hat es einfach drauf. Er begeisterte mich mit seinem farbenintensiven, hervorragend ausgearbeiteten Worldsetting. Dazu erschuf er authentische, emotionale Charaktere mit Tiefgang, Ecken und Kanten und zog mich mit einer kontinuierlich ansteigenden Spannungskurve unwiderstehlich zwischen die Seiten dieser Dystopie.

Negativ. Nicht viel. Manche Passagen wirkten etwas langatmig, wenn gleich sie dennoch auf ihre Weise interessant waren, Hintergrundinformationen lieferten oder tiefer unter die Haut der Charaktere blicken ließen.

Eine einzelne kleine Pflanze hatte sich durch den geborstenen Straßenbelag gekämpft und strebte dem Licht entgegen. „So zart sie auch ist, sie hat mehr Kraft als dieser starre Asphalt. Schon bald werden hier viele neue Pflanzen stehen und alles in einen grünen Teppich verwandeln. Aber eine muss den Anfang machen.“ – Seite 441


Thomas Thiemeyer | Das Verbotene Eden: Logan und Gwen
Knaur | September 2012 | ab 12 Jahren | Reihe: Das Verbotene Eden, Band 2
Hardcover, 464 Seiten | 978-3426653258 | 16,99€
Taschenbuch, 464 Seiten | 978-3-426-51315-6 | 9,99€

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Mein Fazit: Eine sehr gute, wenn auch zeitweise etwas langatmige Fortsetzung der Trilogie aus der Perspektive zweier neuer Charaktere, die ihrerseits die Wahrheit über ihre Welt und den seit Jahrzehnten tobenden Geschlechterkrieg langsam zu erkennen scheinen. Wer für die ersten Seiten etwas Geduld für die umfassende Einführung der beiden Hauptfiguren mitbringt, wird sich schnell wieder in Thiemeyers intensiv gezeichnete Postapokalpyse hinein finden und schlussendlich mit einer spannenden Story und einem offenen Ende, das unbändige Vorfreude auf das Finale schürt, belohnt. Es lohnt sich, ich freue mich sehr auf den dritten Band »Magda und Ben« – übrigens ebenfalls zwei Charaktere, welchen man in den ersten beiden Bänden bereits kurz begegnet.

Meine Wertung:4 Leseherzen

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