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Lesehighlight 2012: E. L. Greiff – Zwölf Wasser. Zu den Anfängen {Buchrezension, Bd. #1}

4. September 2012

Liebe Highfantasy-Leser,

es ist Zeit für ein wenig Fantasy in der Nische. Heute möchte ich euch den ersten Band einer neuen Trilogie ans Herz legen, welchen ich in einer Leserunde mit anderen Freunden der phantastischen Literatur genießen durfte und den ich euch wärmstens empfehlen kann.

Zu den Anfängen…

Zwölf Quellen fließen und mit ihr Gefühl, Liebe, Hoffnung, Freundschaft, Menschlichkeit. Diese zwöf Quellen drohen zu versiegen, etwas geht vor sich. Selbst die Undae, welche sich zusammen mit einem Hirten aus dem Langen Tal, einem Falken und drei welsischen Offizieren aufmachen, die Quellen und deren Hüter zu aufzusuchen, wissen nicht, was auf dem Kontinent geschieht. Etwas Dunkles braut sich zusammen, denn wenn die Quellen versiegen, schwindet mit ihr das Menschliche in den Menschen, das Böse erwacht…

Der erste Eindruck von E.L.Greiffs »Zwöf Wasser – Zu den Anfängen«, welcher im August 2012 als Klappenbroschur im dtv Verlag erschien, offenbarte sich mir mit dem Cover, was meiner Ansicht nach sehr gelungen ist. Das Wasser als wichtigstes Element des Buches, gefüllt in eine Phiole auf petrolfarbenem Hintergrund, umrahmt von Mustern, leicht glänzend hervorgehoben, passt hervorragend zum Inhalt des Buches. Das 600 Seiten umfassende Werk liegt doch recht gewichtig in der Hand, weswegen die Art der Bindung vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl war. Im Anhang befinden sich neben einer für das Lesen sehr hilfreichen gezeichneten Karte des Kontinents auch ein Glossar, da der Autor – nicht untypisch für das Genre – eigene Worte für Jahreszeiten, Währung, Zeiteinheiten allgemein usw. einführt, die man gerade zum Lesebeginn doch ab und an nachschlagen sollte und auch muss, da es teilweise ein wenig verwirrend ist. Doch wenn man die Begriffe erstmal gespeichert hat, ist das weitere Verständnis spätestens ab dem zweiten Teil des Buches kein Problem mehr.

Webseite von Zwölf Wasser bei dtv

Webseite von Zwölf Wasser bei dtv

Der erste Band einer Trilogie, deren Folgebände 2013 und 2014 im dtv Verlag erscheinen sollen, zog mich nicht von Anfang an in seinen Bann. Ich lese gerne Highfantasy, zu dieser Kategorie gehört auch »Zwölf Wasser«, doch ich tat mir bis zu den ersten 20% des Buches mit dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil beziehungsweise Satzbau des Autors schwer. Kurze Sätze, teilweise außerhalb der herkömmlichen Subjekt-Verb-Objekt-Syntax und mehrfache Wiederholungen desselben Wortes zum Satzbeginn erschwerten mir den ersten Leseabschnitt des in fünf Teilen gegliederten Romans. Auf den ersten 130 Seiten ist der Leser vor allem mit der ausführlichen und ausschmückenden Charaktereinführung beschäftigt.

Zwölf Wasser - gespickt mit Haftnotizen

Zwölf Wasser – gespickt mit Haftnotizen

Während der erste Teil Babu den Hirten als Protagonisten einführte, befasste sich der zweite Teil mit der Einführung des welsischen Offiziers Felt am anderen Ende des Kontinents. Beide Charaktere zeichnete der Autor sehr umfassend, wobei ich allerdings mehr Sympathie für Felts Persönlichkeit und seinen Weg durch die Handlung empfand.

E.L. Greiff beschreibt in sehr farbiger und ausführlicher Form von Orten des Geschehens, schafft es, die Personen sehr tiefgründig zu beleuchten und untermauert die Erlebnisse immer wieder mit seinem eigenwilligen auktorialen Erzählstil. Doch gerade bei aktionsgeladenen Szenen eignet sich diese Art zu formulieren hervorragend, während es zu Beginn des Buches eine längere Eingewöhnung erforderlich machte. So sehr ich damit allerdings anfangs meine Schwierigkeiten hatte, umso mehr begeisterte mich das Buch in seinem weiteren Verlauf!

 Der Mann ist das Haupt der Familie – und die Frau ist der Hals, auf dem es sich dreht.

Zwölf Wasser ist kein Buch für zwischendurch, es ist der erste Teil eines Highfantasy-Epos mit einem ganz eigenen Stil, die den Leser mitnimmt in eine große, ausschweifend beschriebene weite Welt voller Gefahr, Entbehren und Mystik. Man muss sich für dieses Buch Zeit nehmen. Wenn man jedoch erstmal in die verschiedenen Schauplätze mit seinen fremdartig klingenden Jahreszeiten, Zeit- und Währungseinheiten eingetaucht ist, seine Epoche, seine Geschichte und Vergangenheit und seine magischen Elemente förmlich aufsaugen kann und auch die philosophischen Ansätze zu schätzen weiß, möchte man es nicht mehr aus der Hand legen. Ich stand dem Buch anfangs skeptisch gegenüber, um am Ende freudig die nächsten Bände zu erwarten!


E.L. Greiff | Zwölf Wasser. Zu den Anfängen | Trilogie, Band No.1
dtv Verlag | 1. August 2012
Klappenbroschur, 
624 Seiten | 9783423249140 | 16,90€
zum Buch beim Verlag


Mein Fazit: E. L. Greiff wusste mich mit ihrem Highfantasy-Debüt, ihrem ganz eigenen, intensiven und weitschweifenden Ezählstil zu unterhalten und bringt mit »Zwölf Wasser: Zu den Anfängen« einen neuen würdigen Vertreter dieses Genres auf den Buchmarkt. Ich kann diesen Trilogieauftakt wärmstens weiter empfehlen, nicht nur an begeisterte Leser fantastischer Literatur. Doch seid euch eines gewiss: Die Undae bedürfen eurer vollen Aufmerksamkeit. Dies ist kein lockerer Schmöker für zwischendurch, sondern ein wirklich gelungenes Stück fantastische Literatur, das mit seinem dichten Plot für spannungsgeladene Lesestunden sorgen wird! Großartig!

Meine Bewertung:

5of5

Prädikat: Lesehighlight der Büchernische

Lesehighlight 2012, Kategorie »Fantasy«

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8 Comments

  • Reply Anni 8. September 2012 at 12:32

    Ich konnte jetzt ja auch endlich anfangen und bin mit dem ersten Teil jetzt durch! Es ist zwar etwas anstrengend zu lesen aber es erinnert mich sehr an „Das Lied der Dunkelheit“ und das fand ich echt gut! War auch so ein dicker Schinken mit eigener Welt und mehreren Hauptcharakteren :) Ich bin gespannt wie es sich entwickelt! Deine Rezi ist auf jeden Fall vielversprechend ;)
    Interessant finde ich das Foto mit deinen Zettelchen drin machst du das immer so? Was schreibst du dir so auf? Ich finde es total spannend, wie unterschiedlich die Leute an so dicke Bücher herangehen :)
    VLG Anni

    • Reply Buechernische 8. September 2012 at 13:04

      Ohja, ich hatte ja auch so meine Probleme im ersten Teil, aber dann gefiel es mir immer besser! Wenn ich so ein dickes Buch wie »Zwölf Wasser« vor der Nase habe, dann markiere ich mir gerne besondere Stellen, das sind z.B. Zitate die mir gut gefallen, aber auch wichtige Textstellen, an die ich mich später für die Rezension erinnern muss, Namen und Zusammenhänge. Die PostIts sind etwas klein, aber für ein zwei Stichpunkte darauf sind sie groß genug, wenn ich die dann lese weiß ich schon, worum es ging. Ich hab da insgesamt 5 Farben, wobei ich den Farben jetzt keinen bestimmten Thema zugeordnet habe, sondern einfach frei Schnauze markiert habe. Sinnig wäre es für die Zukunft, z.B. blau für Textzitate und grün z.B. für Infos zu Personen, gelb für bestimmte Zeitabschnitte etc. zu benutzen. Es gibt da noch etwas tolles, was ich bei Karla entdeckt habe: Buchdarts! Kleine Klammern aus Metall, die man an die Buchseiten klemmt und so die Textstellen markiert. Das finde ich auch ganz gut, werde ich demnächst mal ausprobieren. Ich sollte da vielleicht mal einen Blogpost zu verfassen :)

      Nebenbei mache ich mir auch oft Notizen in eine Blankonotizbuch, bevor ich meine Gedanken vergesse. Gerade bei ZW war das teilweise wirklich notwendig, weil es Textstellen gab, die ich auch in der Rezension erwähnen wollte.

      • Reply Anni 10. September 2012 at 19:13

        Ich glaube bei ZW werde ich mir auch Notizen machen und PostIts reinkleben..gerade weil es ja auch mehrere Charaktere gibt, da scheint mir das sehr sinnvoll zu sein! :)
        Ja mach doch mal einen Post dazu, also MICH würde es interessieren und ein paar Tipps kann doch jeder gebrauchen! Erhöht den Lesespaß und ich probiere auch gern mal was Neues aus!

        • Reply Buechernische 11. September 2012 at 09:24

          Gerne, das ist eine richtig gute Idee! :-)

  • Reply Steffi 5. September 2012 at 08:08

    Hi,

    Zwölf Wasser habe ich auch vor kurzem beendet und muss dir recht geben. Die ersten Seiten ziehen sich wirklich hin und man muss erst in diese neue Welt eintauchen. Wenn man aber den Anschluss gefunden hat, liest es sich fast wie von selbst. Ein Buch für zwischendurch ist das auch nicht und ich freue mich schon sehr auf die beiden Folgebände.

    lg steffi

    • Reply Buechernische 5. September 2012 at 11:56

      Ohja, aber es ist noch sooo lange hin, über ein Jahr *seufz* da müssen wir viel Geduld beweisen ;)

  • Reply Maura 4. September 2012 at 23:50

    Schöne Rezension :)

    Es freut mcih, dass das Buch dir so gut gefallen hat! Ich bleibe trotz deiner doch positiven Rezi noch eher skeptisch dem Buch gegenüber, da ich so meine Problemchen mit auktorialer Erzälweise habe und ich eigentlich um solche Bücher einen großen Bogen mache… Na ja, mal schauen ;)

    Liebe Grüße,
    Maura

    • Reply Buechernische 5. September 2012 at 11:57

      Ich war auch skeptisch, aber wenn man sich dran gewöhnt hat… ich bin gespannt, ob du es doch irgendwann lesen wirst :)

    Ich freue mich auf euer Feedback :-)

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