Kolumnen

Copyright. Und warum man es nicht einfach ignorieren kann.

8. März 2015

Einen schönen Nachmittag liebe Alle,

ich muss mir das jetzt von der Seele schreiben, an diesem schönen sonnigen Sonntag, den ich eigentlich in aller Ruhe bei Kaffee und dem Schreiben eines neuen Artikels über meine Nischenpost verbringen wollte. Doch etwas hat mich auf die Palme gebracht und darüber möchte ich nun mein Herz ausschütten.

Morgens in der Nische…

Wenn morgens der Wecker klingelt, werfe ich nach dem Schieben des Schlummerschalters Richtung „Wecker aus“ mit meinem Smartphone gerne einen Blick in meinen Instagramaccount. So auch heute morgen. Wie schön, neue Follower in der Fotoecke der Nische zu entdecken! Doch heute morgen war nicht nur Freude im Spiel.

Ich bin kein Mensch, der jemanden verteufelt, wenn er einen Fehler gemacht hat. Errare humanum est. Irren ist menschlich. Doch ich kann es absolut nicht verstehen, wenn jemand im Jahr 2015, in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, sich völlig unbedarft und mit einer dicken rosaroten Brille auf der Nase durch das Netz bewegt, als ob wir immer noch auf dieser kleinen Netzspielwiese der 80er und 90er Jahre toben würden, wo man sich halt Bildchen auf seinen Computer heruntergeladen hat und einem dieses Internet noch als Neuland für die Gesetzgebung vorkam. Nein, wir sind mittlerweile im Jahr 2015 angekommen. Urheberrecht sollte jedem ein Begriff sein und wer das Netz nutzt, wer die Socialmediakanäle nutzt, der sollte, nein muss sich einfach mit diesem Thema auseinandersetzen und kann nicht hinterher sagen „Tschuldigung, ich wusste das nicht.

Das Internet ≠ rechtsfreie Zone.

Winstafebruararum ich mich so aufrege? Nun. Einer meiner neuen Follower hat einen Account, mit vielen, vielen Fotos und einer fast fünfstelligen Followerzahl. Nichts Ungewöhnliches, soweit so gut. Doch leider gehört mindestens ein Foto nicht dorthin. Warum? Weil es mein Foto ist. Anstatt das Foto einfach per Screenshot oder dieser schicken Repost-App zu reposten und meinen Account als Urheber zu verlinken – was völlig ok gewesen wäre – hat sich der betreffende Nutzer gedacht, er nimmt einfach mein Foto, postet es, knallt einen Hashtag darunter und gut ist. Wie lustig, scheinbar hat sich das Wohn- oder Bücherzimmer des Benutzers in den letzten Monaten desöfteren völlig verändert, denn man findet noch viele, viele weitere Fotos von schönen Bücherregalen.

Naja, da nutzt eben jemand halt die Fotos als Inspiration.

Ich lasse mich auch gerne inspirieren, dennoch hat sich jemand Mühe & Arbeit gemacht, das Foto zu bearbeiten und es ist das Mindeste, dass man dies honoriert, indem man den Besitzer nun einmal verlinkt. Fotografen, Künstler, Autoren, Verlage – um nur einmal ein paar prägnante Beispiele zu nennen, leben von ihrer Kunst zu fotografieren, zu schreiben und zu zeichnen. Wir verdienen unser Geld damit, Stunden oder gar Tage über einem Projekt zu sitzen, zu verfeinern und auszuarbeiten.

Viele wissen das aber auch einfach nicht und meinen es gar nicht böse.

Mag sein, dass viele offenbar immer noch nicht ausreichend aufgeklärt sind. Aber als Ausrede lasse ich das nicht mehr gelten, ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr hören. Ich gehe auch nicht in den Süßwarenladen, nehme mir eine Tafel Schokolade, mache mich auf den Weg zum Ausgang, werde vom Ladendetektiv aufgehalten, bin ganz erschrocken darüber, dass ich nicht klauen darf und meine völlig zerknirscht: „Es tut mir leid, das wusste ich nicht.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Diesen Satz habe ich mehr als einmal aus dem Mund meines Papas gehört und ja, er hat verdammt recht damit. Den Fehler suche ich nun aber auch bei mir selbst, hätte ich schließlich einfach mein Wasserzeichen, wie ich es auch auf dem Blog oder bei Facebook verwende, meinen Instagramfotos hinzufügen können. Es ist mit Sicherheit naiv zu glauben, dass so etwas nicht hunderte Male am Tag passiert. Nun hat es mich erwischt und natürlich bin ich sauer deswegen. Es war „nur“ ein privates Foto aus meinem Wohnzimmer, von meiner schicken neuen Regalwand, welche ich in Regenbogenfarben sortiert hatte. Mir ist kein finanzieller Schaden dadurch entstanden, dieses Mal. Doch wer diese Schwelle bereits überschreitet, hat beim nächsten Mal möglicherweise auch kein Problem mehr damit, noch weiter zu gehen.

In diesem Blog, in meinen Fotos und Zeichnungen habe ich viel Herzblut investiert. Es ist nur eine Frage von wenigen Sekunden, mit einem Klick diese Arbeit zu respektieren und zu honorieren.

So, genug der Aufregung.

Ich musste das jetzt einfach los werden und danke euch für’s „Zuhören“ gerne dürft ihr mit eure Meinung zum Thema oder eigene Erfahrungen mitteilen.

instagram

Die Sonne scheint zum Küchenfenster herein und bringt meine Narzissen so richtig zum Strahlen ♥

Allem Ärger zum Trotz wünsche ich euch nun ein zauberschönes, frühlingshaftes Wochenende, genießt die Sonne und den blauen Himmel. Einen lieben Gruß sende ich nach Hamburg, wo gerade einige liebe Buchblogger nach dem Event des Dumont Verlags mit Anne Köhler zu ihrem Debütroman »Ich bin gleich da« im Koch Kontor am gestrigen Abend das herrliche Wetter am Hafen genießen. Ich erfreue mich an euren Fotos aus dem Norden :-)

Liebe Grüße

sandra_signed

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8 Comments

  • Reply Lilienlicht 11. März 2015 at 07:55

    Hallo Sandra,

    da fühle ich mit dir und habe vollstes Verständnis für deine Reaktion. Leider gibt es im World Wide Web massenweise solcher Urheberrechtsverstöße und oft bleiben die Betroffenen allein stehen. Du wirst den Verstoß mit Sicherheit gemeldet haben und ich hoffe sehr, dass Instagram auch entsprechend reagiert.

    Man kann tatsächlich von Glück reden, dass dir kein finanzieller Schaden entstanden ist. Der Ärger über diese Situation ist aber schon aufreibend genug. Gerade mit Fotos ist es in der heutigen Zeit sehr schwierig – denken wir nur mal an Facebook und der Abgabe aller Rechte von dem Hochgeladenen. Vor dieser Problematik stehen beispielsweise auch Berufsfotografen. Facebook ist ein unerlässliches Werbemittel geworden, aber die Gefahr besteht immer, dass Fotos missbraucht werden – selbst mit Wasserzeichen. Darüber kann auch unsere Fotografin ein Lied singen.

    Schande über so viel Gewissenslosigkeit.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag,
    Diana ♥

  • Reply Mel 9. März 2015 at 10:27

    Hey Sandra,

    ich kann deinen Frust super gut verstehen. Mir wurde da, so weit ich weiß, noch nichts „geklaut“, aber das gehört sich einfach nicht. Diese Ausreden kann ich auch nicht mehr hören. Immerhin ist das alles nicht neu. Seit ich meinen Blog eröffnete (jetzt knapp 3 Jahre her), begleitet mich das Thema Urheberrecht. Das kann man gar nicht ignorieren und es wunder mich wirklich, dass es immer noch nicht angekommen ist.

    Gefreut hab ich mich aber gerade über den Like Button. Ich will nicht immer einen Kommentar schreiben, aber ein Like setze ich sehr gerne, um zu signalisieren, ich hab ihn gelesen und für toll befunden. DANKE, dass du den eingeführt hast. Ist mir gerade aber erst aufgefallen!!!

    Ich wünsche dir einen tollen Tag!!!

    Lg Mel

    • Reply Sandra 9. März 2015 at 11:18

      Liebe Mel,

      ach weißt du, wie sehr mich das gerade freut? Ich habe ehrlich gesagt bis gestern nicht gewusst, dass das Jetpack-Plugin für WordPress so umfangreich erweitert wurde. Ich habe ja schon die eine oder andere Funktion, die man sonst nur in wordpress.com-Blogs verwenden kann. Du hast völlig recht, das ‚gefällt mir‘ signalisiert mit als Blogger, dass die Artikel gelesen wurden und gefallen. Mir geht es auch oft so, dass ich nicht zum Kommentieren komme oder vielleicht auch nicht recht weiß, was ich zum Thema beisteuern könnte. Dann lasse ich aber immer ein ‚like‘ da, sofern ich den Button finde. Schön, dass das gleich so gut ankommt :-))

      Zum Thema Copyright: Nein, es gehört sich nicht. Und nicht nur das, es ist strafbar. Ich verstehe auch dieses Mädchen nicht, sie ist 17 Jahre alt. Meine Tochter ist 12 und bekommt schon seit der 4. Klasse beigebracht, dass man bei Vorträgen und Referaten immer Quellenangaben setzen muss. Wenn sie eine Folie für den Overheadprojektor anfertigt und Bilder aus dem Netz oder aus Büchern nimmt, stehen die Quellenangaben drunter. So muss das sein und darum habe ich dafür kein Verständnis. Das hat mit Naivität nichts mehr zu tun, das ist dreistes und ignorantes Verhalten. Aber genug aufgeregt, ich werde das an Instagram weiterleiten und werde ja sehen, was dabei herauskommt.

      Dir eine wunderbare Woche ♥

      Liebe Grüße

    • Reply Mel 9. März 2015 at 11:45

      Ach bin ich froh, dass es dir auch immer so geht. Das Argument mit nicht genau wissen, was man schreiben soll, ist mir gar nicht einfallen, aber es geht mir auch immer so.

      Und wegen dem Urheberrecht hast du natürlich Recht. Es ist strafbar und sollte nicht ignoriert werden. Jetzt wo du es erwähnst, ist auch klar, dass man das in der Schule gelehrt bekam. Ist jetzt schon etwas länger her bei mir. Aber wie du ja so schön geschrieben hast, denken viele im Internet kann man sich alles nehmen. Stimmt zwar nicht, aber man kann es ja mal versuchen. Wenn man denen nicht sagt, dass es verboten ist, ist es wohl erlaubt. *kopfschüttel* Einige Leute gibt es!!!

      Lass dich nicht zu sehr ärgern. Du machst das schon richtig so. Drück dich!!!

      Lg Mel

  • Reply Chrissi 8. März 2015 at 18:19

    Guten Abend,

    Kann deine Aufregung vollkommen verstehen und hoffe dass Instagram dementsprechend reagiert, ansonsten werde ich mich von dort verabschieden.

    Hoffe du hattest trotzdem noch einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Chrissi

    • Reply Sandra 8. März 2015 at 18:49

      Huhu liebe Chrissi,

      so etwas passiert leider ständig und außer den Appell an den betreffenden Nutzer und das Involvieren des Anbieters,falls es gänzlich ignoriert wird, wird da auch nicht viel passieren. In diesem Fall ist es ein privates Foto, doch da ich auch beruflich als Fotografin tätig bin, verstehe ich bei so etwas keinen Spaß. Ich werde mich in Zukunft damit behelfen, eine Signatur auf meinen Fotos zu benutzen.

      Wenn dir Instagram Spaß macht, wäre auch für dich die Überlegung zunächst, ob du eine Signatur verwendest. Zudem könnte man den Account auf privat stellen, so dass man sich aussuchen kann, wer dir folgen darf und wer nicht. Für mich als Benutzer, die den Instagram-Account auch für den Blog nutzt, ist diese Option aber nicht sinnvoll.

      Liebe Grüße

  • Reply Melissa 8. März 2015 at 15:17

    ICh kann deinen Frust gut verstehen. Zwar ist mir bei mir selbst solch ein Diebstahl noch nicht aufgefallen, aber spästens mit meinem Job bin ich sehr für die Rechte im Netz sensibilisiert worden. Was man eigentlich darf und was nicht unterscheidet sich nur geringfügig vom „Real-Life“. Aber die leichte Zugänglichkeit und Verfügbarkeit, der geringe Aufwand, den es bedarf, um anderem etwas zu nehmen oder schlicht ein Bild irgendwo zu kopieren und anderswo wieder hinzusetzen…das macht leichtsinnig und gedankenlos. Vor allem jüngere Menschen verkennen das oft. Unter dem Deckmantel des großen Internets fällt ein einzelner Mensch vielleicht nicht so schnell auf, aber in einer relativ kleinen Bloggemeinschaft dann aber umso mehr.
    Ich hatte auch schon überlegt, einfach aus Sicherheit meinen Bildern bei instagram ein Wasserzeichen zu verpassen. Das ist natürlich wesentlich aufwändig als einfach zu knipsen und zu posten… mal sehen.
    Liebe Grüße
    Melissa

    • Reply Sandra 8. März 2015 at 17:35

      Liebe Melissa,

      Danke :-) mir wäre wahrscheinlich auch erst gar nicht aufgefallen, da ich öfter mal in die Accounts meiner Follower reinsehe und selbst zum Follower werde.

      Was mich in diesem Fall aber stutzig machte, war die Fülle an Bildern, die einfach nicht nach selbstgemacht aussah. Und als ich dann runterscrollte, sah ich die verschiedenen Bücherzimmer und dann mein Bild. Da war dann Schluss mit lustig. Die betreffende Person reagiert auch gar nicht auf Kommentare unter den Fotos geschweige denn auf Markierung, ergo habe ich nun auch eine Meldung an Instagram gemacht. Leichtsinn ist das richtige Stichwort. Die meisten machen es sich aber auch leider sehr einfach und ignorieren das Copyright leider Gottes einfach. Der guten Vernetzung untereinander ist es dann wohl zu verdanken, dass so etwas öfter ans Licht kommt und man darauf hinweisen kann, mal mehr, mal weniger energisch. Ich hatte bei der Vielzahl an Fotos & knapp 8k Followern nicht den Eindruck, als ob die Userin das stören würde, wenn man sie auf ihr falsches Verhalten hinweist. Ich werde mir nun mit irgendeiner App einfach ein Wasserzeichen basteln, mal sehen welche App eigene Grafiken als Overlay einfügen lässt.
      Ansonsten wird es halt ein simpler Text, so wie beim aktuellen Instagramfoto. Das bedeutet zwar etwas mehr Arbeit für mich, aber die habe ich auf dem Blog auch.

      Ich danke dir für deine Meinung ♥

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

    Ich freue mich auf euer Feedback :-)

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