Kolumnen

{Buchtalk #2} Über stressfreieres Lesen & Bloggen

11. März 2016

Buchtalk Logo

Happy Friday, liebe Leser!

ich möchte mit euch heute über ein Thema sprechen, das mir schon seit geraumer Zeit sehr auf dem Herzen liegt. Ich schreibe nun einfach einmal munter drauf los, und wenn ihr wollt, könnt ihr in den Kommentaren euren Senf dazu abgeben. Alright? Let’s go. Moment, noch eben meine Tasse Tee holen und ein paar Kekse, dann kann unser Buchtalk starten.

Stressfreies Lesen, geht das überhaupt noch?

Ich sage: Ja.

Seit einigen Wochen habe ich einen regelrechten Leseflow. Das habe ich nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass ich völlig frei Schnauze lese: Wie, wo, wann, was und in welcher Reihenfolge auch immer ich möchte. Ob es sich jetzt um Exemplare vom Stapel der ungelesenen Bücher, aufgestaute Rezensionsexemplare aus dem letzten Jahr (hallo, liebes schlechte Gewissen) oder Novitäten handelt, spielt dabei absolut keine Rolle. Wenn ich Lust auf ein bestimmtes Buch habe, weil es gerade perfekt in meine Stimmung passt und ich so richtig Bock auf das Thema habe, dann greife ich zu und lese es. Spontan vor meinem bunten Bücherregal im Wohnzimmer stehen und mir mit gerunzelter Stirn die Buchrücken ansehen, um anschließend ein bestimmtes Buch vorsichtig aus den Reihen zu ziehen, bereitet mir derzeit das größte Vergnügen. Ich freue mich wieder darauf, in Buchwelten einzutauchen, ohne dabei auf den Kalender zu sehen, ob ich nun diese oder jene Frist schon überschritten habe oder welche Textstellen ich markieren könnte, um später die Rezension damit aufzulockern.

Lesen soll Spaß machen!

Exakt. Lesen soll Spaß machen und ich habe oft das Gefühl, dass man als Blogger oft vollkommen im Pflichtgefühl erstickt. In den letzten zwei Blogjahren erlag ich ebenfalls diesem erdrückenden Gefühl, dass man als Blogger eine gewisse Erwartungshaltung erfüllen möchte, vor allem wenn man sich dazu entschlossen hat, Bücher zum Rezensieren anzunehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Blogger ist ein beständiges Geben und Nehmen. Ich empfinde es als Wertschätzung, überraschend Post zu bekommen. Es ist jedoch niemals eine Selbstverständlichkeit gewesen, war es nie und wird es nie sein. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit, Bücher zu bekommen und meine Gegenleistung in Form einer gut begründeten, mal mehr mal weniger sachlich, oft sehr emotional formulierten Besprechung zu erbringen. Allerdings bringt diese Form der Wertschätzung auch einen gewissen Druck mit sich.

Doch wer bitte schön zwingt mich denn dazu, erstens zu jedem angebotenen Buch Ja zu sagen und zweitens in Akkordzeit eine gewisse Zahl an Büchern zu lesen, mit dem ständigen Gedanken im Hinterkopf, dass man es ja möglichst schnell zu lesen hat, weil a) der Verlag auf Feedback wartet, b) der Blog mit Rezensionen gefüttert werden will und c) schon die erste Mail mit Nachfragen im Postkasten liegt, wann man denn nun fertig sei, usw. usf. Nein. Einatmen, ausatmen und darauf zurückbesinnen, warum ich blogge.

Warum blogge ich?

Das ist eine ganz einfach zu beantwortende Frage. Ich blogge, weil ich wahnsinnig gerne schreibe. Ich möchte mich über Gelesenes austauschen, mit allen damit verbundenen Emotionen, Höhen und Tiefen – und darüber hinaus über viele andere kreative Momente in meinem Leben. Ich habe Spaß daran, den Alltag für eine Weile auszublenden und in eine fremde Welt zu schlüpfen, aus der ich erst wieder auftauche, wenn die letzte Seite umgeblättert ist – und manchmal dauert selbst das Auftauchen noch eine ganze Weile. Und dann blogge ich über diese Erlebnisse, weil ich euch eben jene Bücher empfehlen möchte, die mich aus der Realität gesogen haben. Das schließt jedoch auch solche Werke mit ein, die schon vor Jahren erschienen sind.

Novitäten & Backlist

Denn sind wir mal ehrlich: Die Buchbranche ist ein wahnsinnig temporeiches Pflaster. Was vor ein paar Wochen noch eine mit Kampagnen, Blogaktionen und prominent platzierter Werbung angepriesene Novität war, ist wenige Monate später schon als Backlisttitel im Anhang der kommenden Vorschauen abgebildet. Ganz ehrlich? Ich möchte gar nicht nur Novitäten besprechen, denn es gibt so unendlich viele gute Bücher, die bereits in der Versenkung verschwunden sind und es verdient haben, zurück ins Scheinwerferlicht geholt zu werden. Würde ich in diesem Tempo mitgaloppieren, würde ich ebenso rasend schnell lesen und darüber bloggen, stünde ich wohl nach kurzer Zeit am Rande eines Bloggerburnouts. Womöglich passierte dies auf gewisse Weise im letzten Jahr, kurz bevor ich meinen Blog offline nahm. Es wurde zu viel. Ich sagte zu oft ja, und viel zu selten nein. Ich wollte mithalten, dabei sein, mittendrin sein. Und bemerkte dabei zu spät, dass ich mich vollkommen übernahm und am Ende neben mir selbst stand. Am Ende blieben die Bücher, die man eigentlich lesen wollte, im Regal stehen. Ich beobachtete dieses Phänomen jedoch nicht nur bei mir. Eine ganze Reihe Blogger nahm sich Auszeiten, zog den Vorhang zu, auf bestimmte oder unbestimmte Zeit. Ich kann es verstehen.

Nischenpost 06

Wie nimmt man uns Blogger wahr?

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass das ja jeder selbst zu verantworten hat. Niemand zwingt dich dazu, es ist doch dein Hobby. Du bekommst dafür kein Gehalt – auch noch so ein Thema, aber darüber reden wir jetzt nicht. In gewisser Weise möchtest du einfach auch Erwartungen erfüllen und dich vor allem für das entgegengebrachte Vertrauen revanchieren. Bis vor ein paar Jahren war es keine Selbstverständlichkeit, als Blogger kostenlose Rezensionsexemplare zu bekommen. Dieses Privileg war Buchhändlern, Journalisten und Fachkritikern vorbehalten. In den letzten Jahren hat sich die  Wahrnehmung der Bloggergemeinschaft sehr stark zum Positiven verändert.

Wir sind mittlerweile auf Buchmessen im Pressebereich oder hinter den Kulissen gern gesehene Gäste. Man unterhält sich mit uns in Bloggersessions, trifft sich zu Buchpräsentationen, Wohnzimmerlesungen oder Kennenlernabenden in Verlagshäusern – Stichwort #BookupDE -. für die man als Buchliebhaber nebst Anhang gern mal ein Wochenende kilometerweit kreuz und quer durch Deutschland fährt. Man geht gemeinsam mit Verlagsmitarbeitern auf Messepartys oder – wunderbar und lang erwartet – man trifft sich auf Litblog Conventions. Das Du ist keine Seltenheit mehr und viele von uns haben regen & engen Kontakt zur Buchbranche geknüpft. Natürlich gibt es immer wieder mal Diskussionen in der Szene, in wie fern diese neue Wahrnehmung dem Literaturbetrieb schadet oder zu Gute kommt. Auch dazu erspare ich mir nun weitere Kommentare.

Manch einer blickt auch über den Tellerrand hinaus, besucht Barcamps, informiert sich über aktuelle Trends und trifft sich mit Bloggern anderer Branchenbereiche. Das ist unheimlich spannend und wäre so vor Jahren in diesem Umfang gar nicht möglich gewesen. Ich finde es wunderbar, wie vielfältig die Bloglandschaft mittlerweile geworden ist. Jeder hat so sein Eckchen im Netz, füllt seine Seite mit Rezensionen und Artikeln rund um Literatur & mehr, feilt am Design und verbringt oft Stunden mit dem Schreiben von Rezensionen oder dem liebevollen Arrangieren & Fotografieren von Büchern. Das ist, was uns Spaß macht. Und wenn man sich dann wieder einmal online wie offline trifft, um gemeinsam die Liebe zu Büchern zu zelebrieren, dann wird wieder einmal bewusst, dass wir trotz aller Unterschiede irgendwie doch eine Gemeinschaft sind.

Mein Blog, meine Regeln

Und das ist eben auch das, was mir Spaß macht. Gott, wie ich es vermisst habe, zu schreiben, mit einem guten Buch in der Leseecke zu sitzen und entspannt zu lesen. Das ist es, was ich möchte. Lesen, und euch mit meiner Freude an meinen Büchern anstecken. Manchmal muss ich euch vielleicht auch von einem Buch abraten, doch das passierte mir bisher erstaunlicherweise recht selten. Ich habe wohl einen guten Riecher, welche Bücher mir gefallen könnten und welche eben nicht. Nicht immer lande ich einen Treffer, aber in den meisten Fällen.

Pläne für 2016

2016 soll mein Jahr werden, in mehrfacher Hinsicht. Es soll ein Startschuss für möglichst stressfreies Lesen & Bloggen sein. Ich habe meinen Spaß an meinem liebsten Hobby, neben meinem heiß geliebten kreativen Arbeiten mit Papier & Farben, wiedergefunden und bin zuversichtlich, die richtige Balance zwischen Novitäten und meinem reichlich gefüllten (Backlist)-Bücherregal finden zu können. Im Moment habe ich zum Beispiel eindeutig eine Jugendbuch- und Dystopienphase und koste das in vollem Umfang aus. Dabei fiel mir überhaupt erst einmal auf, wie viele verschiedene Bücher rund um Weltuntergangsszenarien verfasst wurden und nicht zuletzt, wie viele ich davon noch gar nicht gelesen habe, obwohl sie teilweise schon Jahre im Regal stehen.

Zum Abschluss möchte ich allen Autoren, Verlagen und Agenturen herzlich danken, die ihr Vertrauen in den letzten Jahren in mich gesetzt haben und oftmals etwas mehr Geduld aufbringen mussten, bis ich ihre Titel gelesen und besprochen hatte. Danke an euch, meine Leser, für eure Treue, auch wenn ich mal wieder für längere Zeit in der Versenkung verschwunden war. Dieser Moment Ende Februar, als ich zurück kam und so absolut herzlich empfangen wurde, hallt immer noch in mir nach. Thanks a bunch! ♥ Ich möchte all diese Gedanken ganz offen mit euch teilen und hoffe, dass es außer mir noch viele, viele weitere Blogger gibt, die ihren Spaß am Lesen nicht verloren beziehungsweise neu gefunden haben.


Wie empfindet ihr das? Ergeht es euch ähnlich? Oder habt ihr eine ganz andere Einstellung zum Bloggen & Umgang mit Büchern? Ich bin gespannt auf eure Kommentare. 


Getreu meinen Motto ‚Lesen, worauf ich Lust habe‘ werde ich mich nun spontan an der Teamleserunde von Lovelybooks zu David Mitchells neuem Roman Die Knochenuhren beteiligen. Der Postbote brachte mir gerade mein bildhübsches Exemplar und ich kann im Moment gar nicht aufhören, diese Farben zu bewundern. Unglaublich schön. Zum Glück hat der Rowohlt Verlag das Originalcover übernommen. Nun denn, lasset das Vergnügen beginnen

Die Knochenuhren, David Mitchell, Instagram, Rowohlt

Euch ein wundervolles Wochenende!

Liebe Grüße
sandra_signed

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24 Comments

  • Reply Layla 3. April 2016 at 20:56

    Danke für deinen Beitrag! Auch ich machte im Januar eine Pause, das tut einfach gut :-)
    Liebe Grüsse, Layla

  • Reply Tobi 25. März 2016 at 19:51

    Liebe Sandra,

    ein interessanter Beitrag, den ich durchaus nachvollziehen kann. Unaufgeforderte Exemplare kommen bei mir auch immer mal wieder vor, haben aber eine extrem niedrige Prio. Insbesondere, wenn es sich dann plötzlich um einen Krimi oder einen Roman handelt, der so gar nicht zu meinem Blog passt. Da fühle ich mich dann auch nicht verpflichtet.

    Ansonsten halte ich mich da immer stark zurück. Ich habe maximal zwei Rezensionsexemplare am Start und wenn ich die dann gelesen habe, dann ist auch meistens Pause und ich greife ganz wie mir der Sinn steht in meinen SuB. Alles andere wäre fatal, da würde mir das Bloggen auch nicht mehr Spaß machen. Und man will ja nicht nur neue Bücher lesen, da geht es mir wie dir. Es gibt so großartige Bücher, die schon lange auf dem Markt sind (z.B. 150 Jahre ;) und locker aktuelle Literatur ausstechen.

    Es erfordert Disziplin sich da nicht vereinnahmen zu lassen. Wenn dann ein Newsletter mit echt spannenden Büchern ins Haus flattert, dann fällt es oft schwer, den ersten Impuls zu widerstehen und nicht gleich einen ganzen Sack anzufordern. Bei einigen Büchern denke ich mir auch, dass ich einfach warte, bis es sie bei booklooker für ein paar Euro gibt und mir dann hole und ohne Stress und einer zu schreibenden Rezension im Hinterkopf in Ruhe zu lesen.

    Du machst das schon genau richtig. Schalte einen Gang runter, lese was dir Spaß macht und blogge über das, worauf du Lust hast. Alles andere macht keinen Sinn. Das ist ja ein Hobby.

    Liebe Grüße
    Tobi

  • Reply Alexandra Künzler 16. März 2016 at 16:57

    Liebe Sandra,

    ein wirklich toller Beitrag und du sprichst mir aus der Seele. In den 7 Jahren die mein Blog nun besteht, ist es mir auch schon so ergangen. Man hat Pflichgefühle und man will niemanden enttäuschen und so kommt man einfach mal unter druck, aber wie du, hab ich irgendwann mal die Notbremse gezogen und gesagt das ich wirklich nur noch das lese, was mich auch interessiert. Auch hab ich das dann so im Blog kommuniziert. Seit da ist es ruhiger geworden und ich werde ab und zu mal für ein Buch angefragt. Aber die ungefragten zustellungen haben zum Glück abgenommen. Klar war immer wieder mal ein buch dabei das mich neugierig gemacht hat. Aber das waren so ne Menge an Bücher die ich gar nicht mehr habe lesen können. Denn ich will meine eigens gekauften ja auch noch inhalieren. Die habe ich ja nicht umsonst gekauft, nein, sie haben mich mal sehr interessiert und jetzt hab ich wieder mehr Zeit dazu diese auch zu lesen und hoffe so, das mein SuB dann doch mal etwas kleiner wird :D

    Ich wünsch dir auf alle Fälle das dein Jahr, das Jahr wird das du dir vorgenommen hast! Ich drück dir die Daumen und ich bin gespannt auf deine tollen Beiträge die da noch kommen, genau so wie die Rezis.

    Überigens, auf deine rezi zu deinem aktuellen buch bin ich schon mega gespannt, denn es steht bei mir auf der WuLi :D

    Jetzt wünsch ich dir einen schönen Abend und bis bald¨
    Alexandra

  • Reply nellysleseecke 15. März 2016 at 15:27

    Huhu liebe Sandra,
    ein toller Post!!!
    Ich muss sagen, dass ich Gott sei Dank von Anfang an von diesem „Blogger-Streß“ verschont geblieben bin, da ich zwar schon auch darauf achte, dass ab und an mal die Besprechung einer Neuerscheinung bei mir erscheint, allerdings galt bei mir eigentlich schon immer der Grundsatz, den du auch schon genannt hast: mein Blog = meine Regeln.
    Mein SuB ist relativ hoch und es liegen ein paar echte Schätze darauf, auch wenn schon einige Jährchen ins Land gegangen sind, seit sie erschienen sind. Und bei den meisten Büchern habe ich einfach das Bedürfnis, eine Rezension dazu zu schreiben, wer sich nicht dafür interessiert, der muss sie ja nicht lesen. Und du triffst es wirklich auf den Kopf: es ist ein Hobby und da sollte man sich einfach nicht streßen lassen. Man sollte lesen, was man selbst möchte und nicht das, was man meint, was momentan Priorität hat. Andernfalls steuert man einfach unweigerlich auf den Punkt zu, an dem man auch einfach keine Lust mehr hat.

    Daher solltest du auf jeden Fall beim streßfreien Lesen bleiben, es macht einfach gleich doppelt so viel Spaß!!

    Alles Liebe, Nelly

  • Reply sommermaedchen2 12. März 2016 at 14:26

    Liebe Sandra,

    ein wirklich toller Beitrag und ich wünsche mir, dass du das alles für 2016 so umsetzen kannst. Und auf keinen Fall wieder dieser negative Stress aufkommt, denn Lesen soll ja wirklich nur Spaß machen und nichts weiter sein als unserer Hobby und es soll uns allen Freude bereiten. Die Freude am lesen.
    Bisher halte ich mich was Rezensionsexemplare angeht immer zurück. Ich mag lieber meine Bücher selber kaufen und ich freue mich auch mal nicht wirklich aktuelle Bücher zu lesen. Der Hype um manche ist mir einfach zu viel und dann bin ich von diesen Büchern nur enttäuscht. Ich möchte ihnen die Gelegenheit geben mich zu begeistern, wenn sie die anderen vielleicht auch schon wieder vergessen haben.

    Liebe Grüße
    Corinna

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 11:40

      Liebe Corinna,

      ich danke dir ♥ bisher klappt es sehr gut. Ich habe mich mit Rezensionsexemplaren dieses Jahr, abgesehen von drei überraschend zugeschickten Büchern, von denen ich im Vorfeld natürlich nichts wusste, zurückgehalten. Ich möchte einfach sowohl Neues als auch Älteres lesen und genießen, ohne diesen Dauerstress. Was diesen Hype angeht, das kenne ich nur zugut. Mich schrecken solche ins Gehirn der Leser geprügelten Empfehlungen eher ab als dass sie auf mich anziehend wirken. Ich bin eher der Typ Leser, der sich mit dem Lesen von Empfehlungen, Durchblättern von Vorschauen und Lesen des Klappentextes für ein Buch zu interessieren beginnt. Übertriebene Werbung wirkt bei mir nicht so wirklich :)

      Danke für deinen Kommentar ♥

      Liebe Grüße
      Sandra

  • Reply G. 12. März 2016 at 13:20

    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte! Tat gut, ein wenig Bestätigung seiner eigenen Gedanken zu bekommen! :-)

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 11:41

      Sehr gern ♥ ich habe das Gefühl, ausgesprochen zu haben, was manche sich womöglich gar nicht recht offen zuzugeben trauen.

      • Reply G. 13. März 2016 at 14:38

        Da kann ich dir nur absolut zustimmen und es war ehrlich gesagt, super, dass du den Mut gefasst hast es zu sagen :-) ♥

  • Reply J. Kienbaum 12. März 2016 at 10:26

    Liebe Sandra,
    Du hast ein verbreitetes Phänomen gut (un treffend) beschrieben. Ähnliches befiel mich auch kürzlich:
    Blogrhythmusstörung – Eine Anamnese in eigener Sache
    Mit stressfreiem Lesen habe ich keine Probleme, stressfreies Bloggen trainiere ich jetzt wieder. Generell gilt: Nicht so viel nachdenken, einfach machen. Das hilft in der Regel.
    lg_jochen

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 11:47

      Lieber Jochen,

      danke für den Link zum Artikel, den werde ich mir gleich einmal in Ruhe durchlesen. Manchmal ist schreiben ohne alle Gedanken zig mal durch die Synapsen zu jagen, ist gar nicht so einfach. Ich denke, ich habe endlich einen Weg gefunden :)

      Liebe Grüße & einen schönen Sonntag.
      Sandra

  • Reply DerSinn 11. März 2016 at 21:50

    Ich betreibe meinen Blog als reines Hobby – und so halte ich das auch. Da ich (jedenfalls für ihn) keinerlei Rezensionsexemplare angenommen habe, fühle ich mich auch nicht unbedingt dazu verpflichtet irgendetwas bestimmtes online zu stellen. Das nimmt eine Menge Druck und lässt nur noch den übrig, den man sich selbst macht.

    Viel Erfolg also mit Deinem Vorsatz! :)

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 11:50

      Ich danke dir! Bisher klappt es ganz gut. Selbstgemachter Druck abseits von Rezensionsexemplaren kenne ich ebenfalls, vermeide ich mittlerweile wo ich nur kann ;)

      Liebe Grüße und dir einen schönen Sonntag!
      Sandra

  • Reply lottasbuecher 11. März 2016 at 19:40

    Hallöchen liebe Sandra,
    ich weiß ganz genau was du meinst und ich muss sagen bei mir hat sich das geändert seitdem ich meine Ausbildung zur Buchhändler bei Thalia mache. Wahrscheinlich weil ich den ganzen Tag von Büchern umgeben bin und die Bücher, die ich lesen möchte auch immer schnell zur Hand habe. Wir bekommen natürlich auf Arbeit Leseexemplare zu geschickt und dort nehme ich mir immer wieder gerne welche mit und lese sie. Ja, ich gebe zu, dass ich sehr sehr viele Neuerscheinungen lese, aber dass muss ich irgendwie auch in meinem Beruf. Ich möchte den Leute schließlich Bücher empfehlen, die wir im Laden haben und gerade in einer so kleinen Filiale wie unserer ist das natürlich eine ziemlich eng bemessene Sache, da sind keine Titel von vor 2 Jahren mehr zu finden, außer sie sind echte Kassenschlager. Aber ich bin deutlich entspannter was mein Leseverhalten angeht, denn ich frage nur noch sehr sehr selten Rezensionsexemplare an. Das ein oder andere mal nehme ich mal eines an, wie jetzt zum Beispiel als ich eine Email vom Berlin Verlag bekommen habe über das neue Buch von Tasmina Perry, da sage ich nicht nein, denn dieses Buch stand sowieso schon seit Anfang Januar auf meiner „Muss ich unbedingt lesen“ – Liste. Aber ich mache mir keinen Stress mehr. Wahrscheinlich blogge ich deswegen auch stressfreier, weil ich durch meinen Leseexemplarwahn im Dezember sehr viel vorgebloggt habe und damit jetzt praktisch immer einen ordentlichen Puffer habe, was meine Beiträge angeht. Denn ja auch wenn ich um einiges entspannter bin, habe ich auch Ansprüche an mich und meinen Blog.
    Wahnsinn. Dieser Kommentar ist ja fast schon ein eigener Beitrag. Verzeih mir meine Geschwätzigkeit.

    Liebst, Lotta

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 12:08

      Liebe Lotta,

      durch deine Arbeit bekommst du natürlich mehr als genug Gelegenheit, aktuelle Bücher zu lesen. Ein bisschen Stress lese ich da schon raus, denn die Nachfrage nach Novitäten ist in einer Buchhandlung mit Sicherheit sehr hoch. Schade irgendwie, dass man ältere Bücher meistens nur noch vorfindet, wenn sie sich gut verkauft haben, das ist aber natürlich im Hinblick auf Angebot & Nachfrage völlig nachvollziehbar. Mein Blog ist jedoch kein Buchladen, er ist einfach nur mein Hobby. Ich bekomme dafür kein Geld, also mache ich mir auch keine Gedanken (mehr) darum, ob meine Leser nur Novitäten lesen wollen oder nicht. Wer hier liest, der wird eine bunte Mischung vorfinden, dazwischen Handlettering, Fotos etc. pp. Ich bin froh, dass ich mir keine Gedanken darum machen muss, ob ich genug Novitäten vorgestellt habe. Auch ich habe einige Rezensionen im Dashboard liegen, die ich direkt nach dem Lesen letztes Jahr geschrieben hatte. Diese Vorarbeit versuche ich nun bestmöglich aufrecht zu erhalten, so dass ich immer etwas in der Hand habe, wenn ich mal etwas weniger Zeit für frische Artikel habe. Denn ja, da hast du absolut recht: Das mindert den Stress.

      Was den Anspruch angeht, das steht außer Frage. Denn jeder, der sich mit seinem Blogartikeln intensiv beschäftigt, viel Herzblut hineinsteckt und Spaß an der Sache hat, lässt den Leser diesen spüren. Anspruch geht meiner Meinung nicht mit dem stetigen Posten von Novitäten einher, oder der Anzahl an Beiträgen pro Woche. Man muss sich einfach wohlfühlen mit den Artikeln, die man schreibt. Und wenn über ein ein Buch berichtet, das vor 10 Jahren erschienen ist, das einen so richtig mitgerissen ist, dann ist das genauso klasse, wie eine Novität, die einen sprachlos im Lesesessel zurückgelassen hat. Es wird immer jemanden geben, der auch solche Rezensionen gerne liest. Gleiches gilt für Projekte, die am Herzen liegen und nicht unbedingt etwas mit Literatur zu tun haben. Wie es Jochen oben schon treffend sagte: Einfach machen & nicht „zerdenken“.

      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag :)

      Liebe Grüße
      Sandra

      PS: Geschwätzigkeit würde ich das nicht nennen, ich finde es toll, dass du so ausführlich kommentiert hast. Danke dafür :)

  • Reply Susanne 11. März 2016 at 19:39

    Hallo Sandra!
    Ich gehe zurzeit auch wieder mehr in die Richtung des stressfreien Lesens über…es gab aber tatsächlich mal eine Zeit, da habe ich meine Rezensionsexemplare nach Zeitpunkt des Ankommens sortiert und so auch gelesen…das ich dann manchmal einfach keinen Bock auf ein Buch hatte is natürlich klar…

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 12:20

      Liebe Susanne,

      das ist gut. :)

      Denn genau das ist der Punkt, der auch mich störte & den auch ich wiedererkenne. Ich möchte das Buch doch lesen, weil ich in diesem Moment so richtig Lust auf das Thema habe. Alles andere wäre nicht fair gegenüber dem Autor, der Monate daran geschrieben hat. Ich möchte es lesen ohne den Hintergedanken, dass ich es jetzt sofort lesen muss, am besten in Gedanken schon den Aufbau der Rezension samt Zitaten skizzieren.

      Der Kreis ist immer derselbe. Du bekommst ein Rezensionsexemplar, hast eine bestimmte Frist, in der es besprochen werden sollte. Hast du ein Buch lange vor dem Erscheinungstermin bekommen, steigt der Druck sogar noch ein wenig, denn sobald es erscheint, freut sich der Verlag natürlich über Besprechungen.

      Doch ich denke, dass er sich genauso darüber freuen wird, wenn man das Buch etwas später bespricht, denn dann rückt es ja erneut in den Fokus der Leser, die vielleicht mit der Masse an Novitäten überfordert sind.

      Ich jedenfalls werde es genauso halten. Bekomme ich Bücher unaufgefordert zugesandt, lese ich sie, wenn mein Herz mir sagt, jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Ich hetze mich nicht mehr ab, um möglichst am ET um Mitternacht die neuesten Bücher vorzustellen. Genug davon. Endgültig. ;)

      Danke für deinen Kommentar ♥

      Liebe Grüße
      Sandra

  • Reply subtastisch 11. März 2016 at 18:41

    Liebe Sandra,
    was für ein toller Artikel! Ich sehe das genauso. Vor meinem Buchblog habe ich ein paar Jahre lang einen studentischen Jurablog geschrieben… mit langfristiger Artikelplanung, Verlagskontakten, Verlosungen und allem Pipapo.
    Als ich dann SuBtastisch gestartet habe, habe ich mir geschworen: keine Rezensionsexemplare, keine Artikelplanung. Ich blogge und schreibe, wann ich will und über was ich will – und ich will nicht mehr dieses Gefühl von Verpflichtung. Dass ich dann nicht so „erfolgreich“ bin wie Blogger, die dreimal die Woche Artikel posten, jede Neuerscheinung besprechen und alle zwei Minuten etwas auf Instagram hochladen, ist dann halt so und ich nehme es in Kauf – Hauptsache, das Lesen, die Sache, um die es bei einem Literaturblog ja gehen sollte, macht mir weiter Spaß.
    Schön, dass du die Freude am Lesen und Bloggen wiedergefunden hast!! Viel Spaß dabei ;) LG Sarah

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 12:23

      Liebe Sarah,

      dankeschön ♥ Hut ab vor dieser Entscheidung. Ich habe den Spaß schon mehrfach verloren und schlicht & ergreifend keine Lust mehr darauf. Ich möchte eben auch nicht mehr hinterher hetzen und rennen. Ich lese nicht im Akkord, ich schreibe nicht im Akkord. Lesen & Bloggen aus Spaß ♥ das ist eben auch das, was ich möchte.

      Ich wünsche dir, dass es auch bei dir so bleiben wird :)

      Liebe Grüße
      Sandra

  • Reply Buchgefieder 11. März 2016 at 18:30

    Hallo meine liebe Sandra,

    auch ich habe mich für das Jahr 2016 entschieden, einiges an Druck herauszunehmen. Ja, ich hänge mit dem einen oder anderen Rezensionsexemplar hinterher. Ja, mittlerweile sage ich sehr häufig nein zu Anfragen von Autoren oder Verlagen. Ich möchte, wie du schon so schön geschrieben hast, lesen, was ich möchte, worauf ich Lust habe. Natürlich werde ich weiterhin Verlage und Autoren unterstützen, mit denen ich seit Jahren zusammenarbeite, aber ich möchte auch neue Autoren entdecken und alte Schätze aus meinem Bücherregal befreien.

    Ganz liebe Grüße
    Karin ♥

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 12:26

      Meine liebe Karin ♥

      ich bin so froh, dass ich mit meinen Eindrücken nicht allein da stehe. Es war schon lange nötig, darüber zu schreiben und ich bereue es nicht. Genauso erleichtert es mich, dass es dir ebenso ergeht. Wir wollen doch Freude an Büchern haben ♥

      In diesem Sinne viel Freude beim Entdecken alter & neuer Schätze :)

      Umarmende Grüße
      Sandra

  • Reply sternenbrise 11. März 2016 at 18:19

    Das ist ein wirklich toller Beitrag!
    Ich bekomme schon Panik, wenn ich nur zwei Rezensionsexemplare auf dem Tisch liegen habe. Deswegen frage ich erst gar nicht an. Ich will mich nicht unter Druck gesetzt fühlen, sondern Spaß am Lesen haben.Letztens als ich in der Buchhandlung war, habe ich gemerkt, dass ich sofort nach den Neuerscheinungen und ‚gehypten‘ Büchern geschaut habe (dazu habe ich auch einen Beitrag geschrieben) und nicht nach etwas unbekannteren Büchern. Man bekommt durchs Bloggen so viel mit und übersieht vielleicht tolle neue und unbekannte Bücher!
    Ich versuche gar nicht nur die neusten Bücher zu lesen und finde es auch langweilig, wenn jeder über das neue Buch spricht. Dann ist es doch langweilig! Ich finde es toll, wenn Blogger einfach lesen was sie wollen, dadurch entdecke ich noch viel mehr verschiedene Bücher und nicht nur immer dasselbe. :)

    Ich mache es wie du. Ich lese worauf ich Lust habe und lasse mich nicht unter Druck setzen :)
    Alles Liebe
    Charline

    • Reply Sandra 13. März 2016 at 12:36

      Liebe Charline,

      dankeschön ♥

      Ja, ich kenne deinen Beitrag, er hat mich ebenfalls sehr zum Nachdenken gebracht (Kommentar dazu kommt noch). Ich kenne dieses Gefühl auch, aber mittlerweile bin ich da etwas nüchterner. Würde ich in dem Tempo, wie Novitäten erscheinen, oder Bücher unangefragt hier eintreffen, lesen und bloggen, wäre ich wie beschrieben sehr bald am Rande eines Blogburnouts. Darauf habe ich wirklich keine Lust mehr. Ich möchte mit Herzblut bloggen, mit Begeisterung lesen und nicht ein Wettrennen gewinnen. Dieses Phänomen der Neuerscheinungen, durch die man ältere Bücher gar nicht mehr mitbekommt, kenne ich auch. Ich stand schon öfter in der Buchhandlung und dachte mir beim Anblick der Bücher: „Das kennst du alles schon aus dem Netz, das hier hat Blog A vorgestellt, das hier hast du schon mal bei Blog G gesehen“.

      Ich mag es, vor meinem Bücherregal zu stehen, mir ein Buch auszusuchen und es zu lesen, weil ich Lust darauf habe. Ob das nun ein (älteres) RE ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

      So schön, dass du das auch kannst. ♥ do what you love :)

      Liebe Grüße
      Sandra

    Ich freue mich auf euer Feedback :-)

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